Flüchtlingen einen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist weniger schwierig, als Aussagen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe erwarten liessen. Das ist die Erfahrung von drei Kirchgemeinden in Basel, Schaffhausen und Ettiswil LU, die den Schritt gemacht haben. Sie loben die Zusammenarbeit mit den Behörden.
«Beim Thema Migration wird oft vergessen, dass der grösste Teil der Migranten in der Schweiz katholisch ist. Das wird in der politischen Debatte meistens nicht berücksichtigt», sagt Migrationsexperte Simon Foppa vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI). In einer neuen Studie weist er darauf hin, dass 39 % der Zuwanderer römisch-katholisch sind.
Die katholische Landeskirche Thurgau hat gemeinsam mit der evangelischen Landeskirche eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese soll erörtern, wie die Kirchen sich langfristig in der Flüchtlingsthematik engagieren können. Im September soll sie ihre Arbeit aufnehmen.
Die katholische und die reformierte Kirche im Kanton Freiburg rufen gemeinsam die Gemeinden und Gemeinschaften zur Aufnahme von Flüchtlingen auf.
Österreichische und ungarische Benediktiner haben für Flüchtlinge einen Wanderweg von der serbisch-ungarischen bis zur österreichisch-deutschen Grenze entwickelt. Unterwegs dienten Abteien, Klöster und Kirchen als Herbergen für die Flüchtlinge.
Der Westschweizer Bischofs Charles Morerod unterstützt eine Gruppe von Privatpersonen, die über das Projekt «Wagen wir Gastfreundschaft» die Aufnahme von Flüchtlingen in Privathaushalten fördern will. Gegründet wurde dieses auf Initiative des Arztes Bernard Huwiler, heisst es in einer Mitteilung des Bischofsvikariats Deutschfreiburg.
Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, bittet angesichts der Flüchtlingsdrama in Mitteleuropa die Verantwortlichen in den Pfarreien sowie in den kirchlichen Stiftungen zu prüfen, wie sich diese in der gegenwärtigen Situation sinnvoll einbringen können.
Im Wallis besteht eine grosse Sympathiewelle für Flüchtlinge. Diese soll Unterkünfte für die Asylsuchenden generieren. Das hofft der Generalvikar des Bistums Sitten, Pierre-Yves Maillard.
Wohnungen würden am dringendsten gebraucht, erzählt Synodalrätin Ruth Thalmann im Video von kath.ch über das Treffen zwischen der Katholischen Kirche im Kanton Zürich mit Regierungsrat Mario Fehr. Gesucht würden von Seiten des Kantons auch Pflegefamilien für die 45 Flüchtlingskinder. Nicht nötig seien hingegen Kleider, Decken und Nahrungsmittel.
Im Kanton Zürich leben immer mehr Christen aus unterschiedlichsten Ländern. Die Zürcher Katholiken wollen nun neu entstehenden christliche Migrations-Gemeinschaften finanziell unter die Arme greifen.
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