Der Dominikanerbruder Eric de Clermont-Tonnerre, seit zehn Jahren Initiator und Leiter der Predigerschule in Paris, hat jüngst das Buch «On demande des prêcheurs!» («Wir suchen Prediger!») veröffentlicht. Ein Aufruf, in der Kirche engagierte Laien in der Predigt auszubilden, damit sie das Wort in Treue zum Evangelium und mit Kreativität verkünden können.
Die Eucharistie gilt als Höhepunkt des christlichen Lebens. Der Dogmatiker Johannes Schelhas fordert dennoch einen Perspektivwechsel: Nicht die Eucharistie, sondern die Taufe müsse neu ins Zentrum rücken – mit weitreichenden Folgen für Kirche, Ämter und Gemeindeleben.
Charismenorientierung gilt als Leitbild kirchlicher Erneuerung. Doch in der Praxis bleibt sie oft wirkungslos. Will eine Transformation gelingen, braucht es einen «kontrollierten Kontrollverlust» – und die Verschiebung von Macht und Verantwortung, sagt die Theologin Theresa Theis.
Maria, die künftige Mutter Gottes, hat aus freien Stücken Ja gesagt zur Verkündigung des Engels. Die berührende Szene hat die christliche Kunst zu Meisterwerken inspiriert. Und sie zeigt: Der Mensch ist aus biblischer Perspektive nicht Sklave Gottes, er ist sein Partner.
Wie Jesus verstanden wird, hat sich über die Jahrhunderte hinweg geändert. Die historische Jesusforschung lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Bei der Geburt Jesu zeigt sich aber, dass dieser Messiaskönig ganz anders sein wird, sagt die Neutestamentlerin Angelika Strotmann.
In der Spätantike wurde Jesus Christus oft wie ein römischer Gott, ein Philosoph oder wie ein Kaiser dargestellt. Es durfte dabei keinen Hauch von Weiblichkeit mitschwingen. Heutige Reflexionen über Jesus Christus zeigen ihn anders: «Ein Christusbild im Jahr 2025 wird viel weiblicher ausfallen als die antiken Bilder», sagt die Archäologin Lara Mührenberg.
Das Vaterunser wird auch heute noch von zwei Milliarden Menschen in allen Sprachen der Welt gebetet. Aber kann man mit diesen über zweitausend Jahre alten Worten in einer Zeit beten, in der die Theologie es wagt, Gott als Frau zu denken? Die französische Theologin und Bibelwissenschaftlerin Anne-Catherine Baudoin beantwortet diese Frage.
In diesem Jahr feiern die christlichen Kirchen 1700 Jahre Konzil von Nizäa, einen Wendepunkt der Geschichte des Christentums. Unter anderem geht das christliche Glaubensbekenntnis, das «Nizäo-Konstantinopolitamum», im Wesentlichen darauf zurück. Gregor Emmenegger, Patristiker an der Universität Freiburg, ordnet das Konzil ein und spricht auch von Fake News.
Sollte Papst Franziskus es noch einmal nach Berlin schaffen, müsste er sich dieses Gebäude unbedingt anschauen. Es wird ihm gefallen. Quasi im Sinn seiner Schöpfung bewahrenden Enzyklika «Laudato Si» wurde dort das Aera-Haus gebaut, das die Natur in die Stadt bringt – und zwar mit einem öffentlich begehbaren Park auf dem Dach.