Angesichts der grossen Zahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, wächst die Verunsicherung vieler Menschen: In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage von Infratest Dimap für den ARD-Deutschlandtrend sagten 51 Prozent der Befragten, es mache Ihnen «Angst, dass so viele Flüchtlinge zu uns kommen». Im September waren es noch 38 Prozent.
Papst Franziskus hat die europäischen Staaten zu einer zügigen und geordneten Aufnahme von Flüchtlingen aufgerufen. Wer gleichgültig bleibe, angesichts ihres Todes durch Erstickung, Entbehrung, Gewalt und Schiffbrüchen», mache sich der «Mittäterschaft» schuldig, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft zum katholischen Weltflüchtlingstag. Er kritisierte eine wachsende Abschottung Europas.
Die katholische Kirche im Kanton Zürich und Caritas Zürich schaffen gemeinsam eine neue Fachstelle Flüchtlinge. Diese wird den Pfarreien Ideen liefern für mögliche Engagements und auch bei deren Umsetzung behilflich sein, wie Ursi Britschgi von Caritas Zürich sagt.
Die Flüchtlingskrise hat in der Schweiz eine grosse Solidaritätswelle ausgelöst. Jetzt geht es darum, die Hilfsbereitschaft zu organisieren. Bereits heute ist klar: Kleider wurden genug gesammelt. Doch wie kann eine Privatperson helfen und Flüchtlingen Unterstützung geben? Eine neue Webseite von kath.ch gibt einen Überblick, wie die katholische Kirche in der Schweiz den Flüchtlingen hilft und was Private dazu beitragen können.
Was haben Flüchtlingskinder aus Syrien erlebt? Welche Spuren hinterlässt die Flucht bei ihnen? Im Interview mit kath.ch erzählt der Psychotherapeut Hossam Abdel-Rehim, wie Kinder lernen, ihre Traumata zu verarbeiten.
Im Vatikan lebt seit einigen Tagen eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien. Wie das päpstliche Almosenamt mitteilte, hat das Ehepaar mit zwei Kindern eine Wohnung nahe dem Petersdom bezogen.
Was die europäischen Bischöfe derzeit am meisten bewegt, ist die Frage der Flüchtlinge. Das sagt der St. Galler Bischof Markus Büchel im Interview mit kath.ch. Die Botschaft der Kirchen laute: «Wir müssen alle Flüchtlinge als Menschen behandeln», so der Bischof. Bis Mittwoch nahm Büchel an einem Treffen europäischer Bischöfe im Heiligen Land teil.
Flüchtlingen einen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist weniger schwierig, als Aussagen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe erwarten liessen. Das ist die Erfahrung von drei Kirchgemeinden in Basel, Schaffhausen und Ettiswil LU, die den Schritt gemacht haben. Sie loben die Zusammenarbeit mit den Behörden.
«Beim Thema Migration wird oft vergessen, dass der grösste Teil der Migranten in der Schweiz katholisch ist. Das wird in der politischen Debatte meistens nicht berücksichtigt», sagt Migrationsexperte Simon Foppa vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI). In einer neuen Studie weist er darauf hin, dass 39 % der Zuwanderer römisch-katholisch sind.
Die katholische Landeskirche Thurgau hat gemeinsam mit der evangelischen Landeskirche eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese soll erörtern, wie die Kirchen sich langfristig in der Flüchtlingsthematik engagieren können. Im September soll sie ihre Arbeit aufnehmen.
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