Nur drei Menschen auf der Welt dürfen das Rezept kennen – und das seit Jahrhunderten. So gut gehütet ist ein Getränk, das Lebensgrundlage für einen Orden ist, der nie im Leben Radrennen fahren würde.
Ferienzeit ist Lesezeit. Zeit, sich Romanen zuzuwenden, in denen die katholische Kirche eine bedeutende Rolle spielt. «Rot und Schwarz», der 1830 erschienene Klassiker des französischen Realisten Stendhal, ist ein solches Buch. Darin schwankt die Wahrnehmung der Kirche zwischen Faszination und Kritik an der Macht des Klerus. Es ist ein Roman, in dem sogar ein Attentat in einer Kirche verübt wird.
Ein Spiel der Fussball-Weltmeisterschaft mobilisiert nicht nur Millionen Fans: Vor den Arenen in Dallas und Houston verkünden Dutzende Prediger die Botschaften der Bibel. Nicht alle Zuschauer sind davon erfreut.
Kunst und Religion haben jahrhundertelang eine Win-Win-Situation verkörpert. Weil Religion die bildhafte Anschauung in den Kirchen brauchte, um dem Volk Gott und Glauben näherzubringen. Andererseits verdankt die Kunst ihre ausserordentliche gesellschaftliche Bedeutung und ihren Wert nicht zuletzt infolge der Verbildlichung des Göttlichen. In Paris ist derzeit die Ausstellung eines ungarischen Malers der Moderne zu sehen, der religiöse Sujets im Grossformat malte – ohne an Gott zu glauben.
Die Ausstellung des Frührenaissancemalers Fra Angelico (1395-1455) hat in Florenz Rekorde an Eintritten gebrochen. Erstmals seit siebzig Jahren sind seine grossen Flügelaltäre in ihrer ursprünglichen Form zu sehen. Noch ist die Doppelausstellung im Kloster San Marco und im Palazzo Strozzi nicht zu Ende und schon melden die Organisatoren ein enormes Publikumsinteresse. Das lässt tief blicken.
Gerade hat in Rom eine grosse Ausstellung mit Werken des Barockmeisters Caravaggio begonnen. Zur Vorbereitung wurde auch sein letztes Gemälde restauriert und untersucht – mit erstaunlichen Erkenntnissen.
Jetzt blüht es wieder – das Gehölz mit dem klerikalen Namen. Zunächst noch unscheinbar, entfaltet das Pfaffenhütchen im Herbst seine ganze Schönheit. Es gibt auch noch andere christliche Symbolpflanzen. «Laudato si» der anderen Art.
Von der Antike bis heute: Eine neue Ausstellung in Münster zeigt, wie religiöse Vorstellungen den Umgang mit dem menschlichen Körper prägen.
Marion Messina ist in Frankreich der neue literarische Stern am Himmel. Auf ungeschminkte Weise enthüllt die 34-jährige Schriftstellerin die prekäre und sozial teils entwürdigende Lebenssituation vieler Menschen der einstmals «Grande Nation». Es droht ein erneuter Sturm auf die Bastille. Gott und der Glauben haben dabei nicht mehr viel auszurichten.
Die Vorstellung von Jesus Christus in der Kirchengeschichte ist ikonisch und sprachlich weitaus vielschichtiger als das «Knockout-Argument»: «Jesus war ein Mann, und daher können nur Männer zu Priestern geweiht werden», vermuten lässt. In Südamerika, dem Heimatkontinent von Papst Franziskus, haben sich weibliche Kreuzesdarstellungen erhalten. Hatte Jesus womöglich sogar Milch spendende Brüste?