Bischof Felix Gmür hat Tagebuchnotizen und Kontaktdaten eines Opfers an den Täter weitergegeben. Das hat Vreni Peterer von der «IG Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld» getriggert. Die Kirche versichere, Betroffene zu schützen. «Aber nun scheint es so, dass Bischof Felix Gmür genau das Gegenteil gemacht hat», sagt Peterer. Sie ermutigt Betroffene sich dennoch zu melden.
Ein Priester aus Nigeria hat eine Minderjährige in den 1990er-Jahren jahrelang missbraucht. Bischof Felix Gmür hat kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet. Und auch Akten wurden nicht nach Rom geschickt. Fehler habe der damalige Voruntersuchungsführer gemacht, so das Bistum Basel.
Das Bistum Basel hat in einem Missbrauchsfall desaströs gehandelt. Geltendes Kirchenrecht wurde ignoriert. Und das Bistum hat dem mutmasslichen Täter die Kontaktdaten des Opfers ausgehändigt. In einer offiziellen Stellungnahme räumt Felix Gmür Fehler ein. Schiebt die Verantwortung aber anderen zu. «Das ist das Gegenteil von Opferschutz», meint Annalena Müller im Kommentar.
Der «Beobachter» hat aufgedeckt: Der Bischof von Basel hat gravierende Fehler in einem Missbrauchsfall begangen – insbesondere beim kirchenrechtlichen Verfahren. Das anerkennt Felix Gmür «als ein Scheitern, das nicht mehr vorkommen darf». Die Stellungnahme des Bistums im Wortlaut.
Ein Priester aus Nigeria hat eine Minderjährige in den 1990er-Jahren jahrelang missbraucht. Die Genugtuungskommission der Bischofskonferenz hat die Frau inzwischen als Opfer anerkannt und entschädigt. Nicht so der zuständige Bischof von Basel. Der Beobachter ortet grobe Fehler im Handeln von Felix Gmür.
Mehr als 40 Millionen Euro hat die katholische Kirche in Deutschland bisher an Missbrauchsbetroffene gezahlt. Nach dem Kölner Urteil teilt die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistung am Dienstag mit, die Höhe der Anerkennungszahlungen deutlich erhöhen zu wollen. In der Schweiz liegen kirchliche Genugtuungszahlungen aktuell bei maximal 20'000 Franken
Wegen Hans-Walter Wegmann (77) und Eberhard Luetjohann (85) muss das Erzbistum Köln einem Missbrauchsopfer 300'000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Anwälte haben damit einen Präzedenzfall geschaffen, der auch für die juristische Missbrauchsaufarbeitung in der Schweiz relevant ist. Das Interview.
In Deutschland haben Missbrauchsbetroffene ein nationales Gremium geschaffen, um die Aufarbeitung über Bistumsgrenzen hinweg zu verbessern. Vier Wochen vor Veröffentlichung der Schweizer Missbrauchsvorstudie sind solche Entwicklungen auch hierzulande von Interesse.
Robert Zollitsch wurde erst spät Bischof. Wie die Freiburger Missbrauchsstudie 2023 zeigte: Während seiner Amtszeit vertuschte er Missbrauch systematisch. Zollitsch ist tief gefallen. Das Porträt eines Kirchenmannes, dessen Versagen alles andere überschattet.
Nicolas Betticher (61) war sechs Jahre lang Kommunikationschef der Schweizer Bischöfe. Konstruktive Kritik sei essenziell. Die Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes «COMDIO» ziele auf Kontrolle und «ist zum Scheitern verurteilt». Der Veröffentlichung der nationalen Missbrauchsvorstudie im September sieht Betticher daher «mit grosser Besorgnis» entgegen.
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