Wegen Hans-Walter Wegmann (77) und Eberhard Luetjohann (85) muss das Erzbistum Köln einem Missbrauchsopfer 300'000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Anwälte haben damit einen Präzedenzfall geschaffen, der auch für die juristische Missbrauchsaufarbeitung in der Schweiz relevant ist. Das Interview.
In Deutschland haben Missbrauchsbetroffene ein nationales Gremium geschaffen, um die Aufarbeitung über Bistumsgrenzen hinweg zu verbessern. Vier Wochen vor Veröffentlichung der Schweizer Missbrauchsvorstudie sind solche Entwicklungen auch hierzulande von Interesse.
Robert Zollitsch wurde erst spät Bischof. Wie die Freiburger Missbrauchsstudie 2023 zeigte: Während seiner Amtszeit vertuschte er Missbrauch systematisch. Zollitsch ist tief gefallen. Das Porträt eines Kirchenmannes, dessen Versagen alles andere überschattet.
Nicolas Betticher (61) war sechs Jahre lang Kommunikationschef der Schweizer Bischöfe. Konstruktive Kritik sei essenziell. Die Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerkes «COMDIO» ziele auf Kontrolle und «ist zum Scheitern verurteilt». Der Veröffentlichung der nationalen Missbrauchsvorstudie im September sieht Betticher daher «mit grosser Besorgnis» entgegen.
Papst Franziskus wird während des Weltjugendtags in Lissabon Missbrauchsbetroffene treffen. Um die Privatsphäre der Betroffenen zu schützen, würden Ort und Zeit im Vorfeld nicht bekanntgegeben. In Portugal sind zwischen 1950 und 2022 fast 5000 Personen innerhalb der Kirche sexuell missbraucht wurden.
Um die Vernichtung von Dokumenten aus dem Besitz des Trierer Priesters Edmund Dillinger geht es am Freitag in einer Sondersitzung des Justizausschusses im saarländischen Landtag. Ziel ist es, die Hintergründe und Verantwortlichkeiten des Vorgangs aufzuklären, wie die Sprecherin der SPD-Fraktion auf Anfrage mitteilte.
Der 2022 verstorbene Trierer Priester Edmund Dillinger steht im Verdacht, zahlreiche junge Menschen missbraucht zu haben. Fotos und Unterlagen aus seinem Besitz könnten bei der Aufklärung helfen. Doch ein Teil der Dokumente wurde nun vernichtet, was auch kirchenintern für Kritik sorgt.
Der deutsche Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sieht die katholische Kirche in Deutschland nicht von Insolvenz bedroht. Grund: die Kirchensteuern fliessen in Deutschland «noch sehr üppig».
Im Missbrauchsfall um den Trierer Priester Edmund Dillinger hat die saarländische Polizei offenbar Material wie Tagebücher und Briefe verbrannt. Nur «ein paar Dokumente» seien ihm wieder ausgehändigt worden, sagte der Neffe.
Der frisch gewählte Zürcher Synodalratspräsident, Raphael Meyer, sagt: Die Missbrauchsproblematik der Kirche ist in aller Munde. Deshalb müsse die Kantonalkirche alle Mittel zur Prävention ergreifen, auch den Verhaltenskodex.
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