Die katholische Kirche im Bistum St. Gallen hat ein neues Schutzkonzept, um Menschen im kirchlichen Umfeld vor Übergriffen und Gewalt zu schützen. Der Theologe Franz Kreissl erklärt, warum St. Gallen damit schweizweit Pionierarbeit leistet, warum Bischof und Kirchgemeinden kooperieren müssen und was auch mit dem neuen Konzept eine Herausforderung bleibt.
Die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte im Mai ein Strafverfahren wegen Missbrauchsverdacht gegen einen Priester des Bistums Chur eingestellt. Nun zieht der Bischof von Chur nach und stellt die kirchenrechtliche Voruntersuchung ein. Der Priester wird sich eine Auszeit nehmen.
Neue Pflichten, neue Struktur. Am Dienstag haben Verantwortliche des Bistum St. Gallen und der St. Galler Kantonalkirche das neue Konzept zum Schutz vor Übergriffen in Jona vorgestellt. Nicht verschwiegen wurde, dass es weiterhin Herausforderungen gibt.
Die Abtei Münsterschwarzach korrigiert eine erste Reaktion Anselm Grüns auf Kritik. Demnach war er offen für den weiteren Einsatz eines missbrauchsbeschuldigten Priesters. Eine direkte Vermittlung bestreitet die Abtei.
Der Begriff «geistlicher Missbrauch» kursiert in der Kirche, insbesondere in religiösen Gemeinschaften, schon lange. Genau definiert ist er bis heute nicht. Warum Betroffene sich deshalb nun an Papst Leo XIV. wenden.
Theologin Magdalena Hürten fordert, die Erfahrungen von Missbrauchsbetroffenen stärker in die Theologie aufzunehmen. Das eröffne zugleich Chancen der Vorbeugung.
Ist Anselm Grün für einen des Missbrauchs beschuldigten Priester eingetreten? Ein Bericht aus Paderborn erhebt diesen Vorwurf. Ein Betroffenengremium fordert nun eine genaue Untersuchung – auch möglicher weiterer Fälle.
Während zehn Jahren führte die Rechtsanwältin Christine Hess-Keller von der Kanzlei Hess Advokatur AG die unabhängige Meldestelle für sexuelle Übergriffe im Bistum Basel. Nun hat sie das Mandat abgegeben. Ab 1. September übernimmt Rechtsanwalt Michael Daphinoff von der Kanzlei Kellerhals Carrard diese Aufgabe.
Vor rund fünf Jahren hat die Missbrauchsaufarbeitung eine tiefe Vertrauenskrise im Erzbistum Köln ausgelöst. In einem Interview zum 70. Geburtstag blickt Kardinal Rainer Maria Woelki auf diese Zeit zurück.
Im Bistum St. Gallen gilt seit 1. August ein neues Präventions- und Schutzkonzept gegen Gewalt und Übergriffe. Zentral dabei: Erste Anlaufstelle für Betroffene ist neu die staatliche Opferhilfe, nicht wie bisher eine kirchliche Meldestelle. Die Betroffenenorganisation IG- MikU hofft, dass dies Schule macht.
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