Gerichtsdokumente zeigen die grauenhafte Dimension eines Walliser Missbrauchsfalls. Ein Vater hat zusammen mit einem Priester seine beiden Kinder missbraucht. Strafrechtlich ist der Fall verjährt. Der Priester wurde im Oktober 2023 vom Vatikan in den Laienstand versetzt.
Die Missbrauchskrise erschüttert die Glaubwürdikeit der katholischen Kirche «auch auf der politischen und diplomatischen Ebene». Kirchenhistoriker Hubert Wolf ist überzeugt: Um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, muss die Kirche einen klaren Schnitt machen.
Die Präsidentin der IG Missbrauchsbetroffene, Vreni Peterer, wurde gerade zur Appenzellerin des Jahres gewählt. Das gebe ihr die Bestätigung, dass sie das Richtige tue. Und dass sie für die Rechte von Missbrauchsopfern weiterkämpfen will.
Die evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz (EKS) sieht Handlungsbedarf und will ihre Fälle von sexualisierter Gewalt aufarbeiten. Präsidentin Rita Famos zeigte sich am Freitag davon überzeugt, dass es auch in ihrer Kirche viele Missbrauchsfälle gibt.
Pius Troxler ist seit kurzem oberster Schaffhauser Katholik. Er erhält aktuell viele Kirchenaustrittschreiben. Diesen und anderen Schwierigkeiten gelte es zu begegnen, sagt der Schönstatt-Priester.
Kirchenrechtler Wolfgang F. Rothe wurde vom konservativen Kleriker zum Kirchenrebellen. Dazu haben seine eigenen Erfahrungen von Missbrauch und Moralismus im traditionalistischen Milieu beigetragen. Rothe vertritt den Missbrauchsbetroffenen Josef Henfling. Missbrauch sei dort, «wo der lehramtlichen Sexualmoral eine zentrale Rolle zugesprochen wird, vorprogrammiert.»
Die Zürcher Pilotstudie zum Missbrauch in der katholischen Kirche hat aufgerüttelt. 91 Personen haben sich seither an Meldestellen in der Romandie gewandt, um einen Missbrauch zu melden, die meisten bei den unabhängigen Stellen.
Pfarrer Thomas Jäger steht vor Gericht. Er soll ein Mädchen unsittlich berührt und andere gefilmt haben. Gegen den Churer Priester Andreas wird wegen versuchter Vergewaltigung ermittelt. Beide Kleriker waren geistliche Leiter beim Pfadibund «Feuerkreis Niklaus von Flüe». Die Struktur und Abschottung mache den Bund zu einer «Hochrisikozone», so Experten.
Der Pfarreileiter von St. Johannes in Luzern hätte sich mehr erhofft von Bischof Felix Gmür. Auf das Anliegen, das Privatleben der kirchlichen Mitarbeitenden solle nicht mehr anstellungs- oder kündigungsrelevant sein, habe der Bischof inhaltlich nicht geantwortet. Dabei hätte er sich auf «Gaudium et spes» berufen können.
Der Schwyzer Kirchenratspräsident Urs Zehnder bedauert die vielen Kirchenaustritte, die aufgrund des Missbrauchsskandals mitgeteilt würden. Und dass dabei oft keine Rücksprache erwünscht sei.
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