Angehörige des verstorbenen Aachener Weihbischofs August Peters haben kritisiert, dass ihr Verwandter als mutmasslicher Missbrauchstäter eingestuft wird. Dies in einem direkten Gespräch mit Bistumsvertretern.
Vertuschung oder Vorverurteilung: Bei der Kommunikation von Verdachtsfällen können die Bistümer nur falsch handeln. Es ist ein Dilemma, um welches die Bischöfe nicht zu beneiden sind. Unter dem Strich gilt aber: Lieber frühzeitig als zu spät mit Informationen an die Öffentlichkeit treten.
Der deutsche Historiker Klaus Grosse Kracht bezeichnet die Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche als «gesamtgesellschaftliche Aufgabe». Er verlangt dafür dringend Zugang zu Akten.
Der Kommunikationschef der Zürcher Kirche geisselt die Vermeidungshaltung der Churer Bistumsleitung. Diese hat einen «verhaltensauffälligen Priester» in ein Frauenkloster abgeschoben. «Wer für ‹normale Leute› nicht zumutbar ist, ist für Ordensschwestern offenbar noch immer gut genug».
Der römisch-katholische Priester Stefan Loppacher gibt im «Beobachter» mehr Brisantes von sich preis. Etwa dass er sich bereits als Seminarist verliebt hat – ihm aber dann mit dem Teufel gedroht wurde. Und dass er keine Liturgie mehr erträgt.
Franziskaner Otmar Egloff (91) hat viel erlebt. Unter anderem drei Päpste, als er 2004 von Lugano aus in den Lateran wegberufen wurde. Dort war er oberster Beichtvater, für Touristen und auch mal für den Papst. «Mein Beichtstuhl wurde vor der Papst-Beichte sehr gründlich geputzt», sagt er.
Der vatikanische Präventionsbeauftragte äussert sich zur Schweizer Missbrauchsstudie. «Vertuschen und Leugnen des Missbrauchs durch die Kirchenoberen» sei für viele der eigentlichen Skandal. Nicht nur Bischöfe, sondern auch Laien müssen Verantwortung übernehmen. Nur so kann die Kirche verlorenes Vertrauen zurückgewinnen, sagt Hans Zollner.
Der Bund wird keine Untersuchung über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche initiieren. Eine entsprechende Motion wurde abgelehnt, da die Verantwortung bei den Kantonen liege. Im Wallis wird die Politik hingegen aktiv.
Cholerisch und reaktionär: So beschreiben seine früheren Gemeinden den Priester, dem versuchte Vergewaltigung vorgeworfen wird. Recherchen von kath.ch zeigen: Der Priester ist als Problemfall bekannt.
Dem Churer Priester Andreas* wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Weil er sich weigert, in den Ausstand zu treten, hat Bischof Joseph Maria Bonnemain ihn suspendiert. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden ermittelt.
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