Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) Felix Gmür spricht sich gegen den Zölibat und für Priesterinnen aus – und gesteht Fehler bei der Missbrauchsaufklärung ein. «Die betroffenen Personen kamen zu wenig zum Zug. Das tut mir sehr leid.»
Der Kirchenverwaltungsrat der Katholischen Kirche Region Rorschach reagiert auf die Missbrauchsskandale der letzten Tage. Er fordert seine Seelsorgenden in einem Schreiben dazu auf, Reformmassnahmen sofort umzusetzen. Und zwar auch gegen den Willen des Bischofs. Der Rat selbst bereite politische Reform-Vorstösse vor.
RKZ-Generalsekretär Urs Brosi verkündete im «SRF Club» vier Forderungen an die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und drohte damit, notfalls Zahlungen zu sistieren. Dem «Eskalationspotential einer solchen Drohung» seien sich alle bewusst. Aber die Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ) wisse auch, «dass Pseudo-Massnahmen ohne juristischen ‹Biss› nicht ausreichen.»
Die Gemeinschaft der Kirche habe versagt und Vertrauen zerstört, schreibt der Mediensprecher für den deutschsprachigen Teil des Bistums Sitten, Paul Martone über die Resultate der Missbrauchs-Vorstudie. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Priorität habe das Wohlergehen der Kinder.
Claude Bumann steht im Bistum Sitten dem Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» vor. Dieses sei nicht von jenem Mann kontaktiert worden, der dem Abt von Saint-Maurice Missbrauch vorwirft. Bumann kritisiert die fehlende Unabhängigkeit des Gremiums.
Die Schweizer Bischöfe haben am Samstag erste Massnahmen gegen den Missbrauch in der katholischen Kirche kommuniziert. Darunter befinden sich: eine nationale Meldestelle, schweizweit psychologische Abklärungsverfahren, eine Professionalisierung der Personalakten und ein kirchliches Straf- und Disziplinargericht.
Das St. Galler Bildungsdepartement zeigt sich nach den beim Schweizer Fernsehen erhobenen schweren Missbrauchsvorwürfen gegen eine Christliche Schule in Kaltbrunn SG zurückhaltend. Die Situation sei aus Datenschutzgründen blockiert. Ein Schweizer Chocolatier entschuldigte sich bei den Opfern dafür, was an der Schule geschehen war.
Bischof Felix Gmür hat einen Brief an seine Mitarbeitenden mit Leitungsfunktion im Bistum Basel geschrieben. Der Brief betrifft zum Beispiel auch Seelsorgende. Darin geht es um die Ergebnisse der Missbrauchsstudie und den Umgang mit ihr. Gmür dankt seinen Mitarbeitenden für ihr Engagement. Gleichzeitig rechnet er selbst damit, «weiter in der Öffentlichkeit demontiert zu werden» – und beklagt ein Misstrauensvotum.
Die Walliser Staatsanwaltschaft hat ein Vorverfahren im Zusammenhang mit möglichen sexuellen Übergriffen im Umfeld der katholischen Kirche eröffnet. Man habe die Kantonspolizei beauftragt, «mögliche Straftaten im Wallis zu untersuchen, die im Bericht über das Pilotprojekt zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht verjährt oder bereits behandelt worden sind».
Die «Pilotstudie zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts» schlägt hohe Wellen. Zu Gast in der aktuellen Folge des Podcasts «Laut + Leis» sind Bischof Felix Gmür, er ist Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, und die Studienleiterin und Geschichtsprofessorin Marietta Meier. Die beiden sprechen über die erschütternden Ergebnisse und welche Massnahmen jetzt greifen müssen.
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