Paul Martone: «Das Wohlergehen der Kinder muss über allem stehen»
Die Gemeinschaft der Kirche habe versagt und Vertrauen zerstört, schreibt der Mediensprecher für den deutschsprachigen Teil des Bistums Sitten, Paul Martone über die Resultate der Missbrauchs-Vorstudie. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Priorität habe das Wohlergehen der Kinder.
«Als Gemeinschaft der Kirche müssen wir zutiefst um Verzeihung bitten. Wir müssen mit Scham und Reue gestehen, dass wir als Gemeinschaft der Kirche versagt haben und das Vertrauen, das viele Menschen uns geschenkt hatten, zerstört haben. Wir dürfen ‹nicht versuchen, die Tragödie des Missbrauchs, gleich welcher Art, zu verstecken›, mahnte Papst Franziskus. Dies gelte auch, wenn der Missbrauch «in Familien, in Vereinen oder anderen Institutionen» begangen werde. Aufgabe der Kirche sei es, ein Vorbild zu sein und Betroffenen einen sicheren Ort zu bieten, wo sie gehört und unterstützt würden, sagte der Papst. Leider sind wir als Kirche dieser Vorgabe nicht gerecht geworden. Wir haben versagt, ja, wir haben schwer gesündigt. Deshalb sollen überführte Täter und Täterinnen zur Rechenschaft gezogen werden. In Zukunft muss auch in der Kirche das Wohlergehen von Kindern über allem stehen. Es hat Vorrang vor dem Schutz der Institution. Zuhören hilft beim Verstehen und einen Weg vorzubereiten, um wieder Vertrauen zu fassen. Das wird lange dauern, falls es überhaupt noch einmal möglich sein wird.»
Das schreibt Paul Martone im «Walliser Boten» vom 22. September. Der Priester und Mediensprecher für den deutschsprachigen Teil des Bistums Sitten erwähnt auch den Vertrauensverlust, den die Missbrauchserkenntnisse verursachen. Er fordert eine Seelsorge des Dienens nach dem Vorbild Jesu. Betreffend Reformforderungen verweist er auf die Bischofssynode im Oktober. (rp)
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