Bischof Felix Gmür vom Bistum Basel fordert ebenfalls wie Bischof Joseph Bonnemain vom Bistum Chur eine unabhängige Meldestelle für Missbrauchsopfer. Alle Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sollen strafrechtlich abgeklärt werden.
Zum Auftakt der Weltsynode in Rom hat der Jesuit und Psychotherapeut Hans Zollner den Vatikan wegen der nach seiner Ansicht intransparenten Aufarbeitung von Missbrauchsfällen kritisiert.
Es braucht einen besseren Opferschutz und eine verbesserte Transparenz, sagt die Freiburger Kirchenrechtsprofessorin Astrid Kaptijn. Auch Änderungen im Kirchenrecht seien notwendig. Dies als Reaktion auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche der Schweiz.
Die neue Ostschweizer Bewegung «Reformen jetzt», die im Nachgang zur Pilotstudie über Missbrauch entstanden ist, reicht in diesen Tagen zwei Reformvorstösse bei der Leitung des Bistums St. Gallen ein. Sie will schnell und entschlossen handeln. Was das genau bedeutet, beantwortet Ann-Katrin Gässlein von der Steuerungsgruppe im Interview.
Sprachen katholische Gläubige über die sexuellen Übergriffe durch Kleriker oder wurde das totgeschwiegen? Damit hat sich die Geschichtsprofessorin Marietta Meier auseinandergesetzt – auch bei der Arbeit an der Schweizer Missbrauchsstudie. Es sei klar geworden, «dass gerüchteweise das im katholischen Milieu völlig bekannt war».
Die Justizministerin im Bundesrat, Elisabeth Baume-Schneider, setzt aktuell auf die Strafbehörden, um den Missbrauch in der Kirche anzugehen. «Das Strafrecht steht über dem Kirchenrecht», sagt sie. Ansonsten seien primär die Kantone für Religionsfragen zuständig.
Der Schweizer Kardinal Koch hat sich erstmals zur Schweizer Missbrauchsstudie geäussert. Dabei räumt er ein, dass er und seine Mitarbeitenden im Fall eines übergriffigen Priesters zu zögerlich reagierten. Er beteuert aber, durch das Vorgehen nichts vertuscht haben zu wollen.
Im Rahmen der Ernennung der 21 neuen Kardinäle durch Papst Franziskus in Rom wurde auch wieder die Frage virulent, ob der Vatikan Einblick gibt in Akten in Zusammenhang mit Schweizer Missbrauchsfällen. Diese Forderung wurde bekanntlich von der Universität Zürich bei der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie vergangenen Monat gestellt.
Priester vergehen sich an Gläubigen, die Kirche vertuscht: Seit Jahrhunderten sorgt sexueller Missbrauch durch Kleriker für Skandale. Das hat nichts mit der Freizügigkeit der Gesellschaft zu tun, meint Theologin und Philosophin Doris Reisinger. Aber mit dem kirchlichen Recht, das blind ist für die Opfer der Taten.
Was geschieht, wenn der Kirchgemeinderat von Röschenz in der Sache Franz Sabo von einem «Vorfall» oder «Fehltritt» spricht? Das ist ein «verharmlosendes Framing» meint Claus Noppeney im Gastkommentar. «Wer einen Täter in dieser Weise zum Opfer erklärt, macht den Betroffenen zum Täter.»
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