In der «theo Loge» sitzen und mit Begeisterung über Kirchenrecht sprechen: Das hat Adrian Loretan (64) am Donnerstag in der Paulus Akademie getan. Loretan bezeichnet den Klerikalismus als «eine Kultur des Todes». Und er sagt zum Thema Missbrauch: «Sexuellen Missbrauch gibt es dort, wo Macht unkontrolliert ist.»
Der frühere Zürcher Synodalrat Zeno Cavigelli fordert: Die Kantonalkirchen «müssen den Druck auf die Bischöfe wagen» und die Forderungen der RKZ vollumfänglich unterstützen. Im Alltag der Kirchgemeinden spielten Bischöfe und Priester vielfach «kaum eine Rolle». Man solle dem Wohl der Menschen dienen, nicht dem der Bischöfe.
Laut Medienmitteilung hat die Bischofskonferenz am 13. Oktober eine ausserordentliche Videokonferenz abgehalten. Bischof Felix Gmür nahm aus Rom teil. Themen waren die Personalentwicklung, das nationale Strafgericht und der Kulturwandel. Konkrete Schritte wurden nicht angekündigt.
Im Interview mit kath.ch äussert sich Kirchenrechtler Nicolas Betticher über das Bistum Sitten. Dieses habe einen Missbrauchstäter, der in den 1980er Jahren vor Gericht stand, vierzig Jahre im Amt gelassen. Das Bistum reagiert verschnupft und erklärt: Es habe von nichts gewusst und ein Gerichtsverfahren habe es nie gegeben. Dabei stammt die Information vom Bistum selbst.
Die Universität entlässt einen Dozenten wegen antisemitischer Tweets. Die Institutsleiterin, die den Dozenten schützte, wird suspendiert und die Institutionsstrukturen durch eine externe Untersuchung beleuchtet. So geht Aufarbeitung. Die katholische Kirche sollte sich ein Beispiel daran nehmen, findet Annalena Müller in ihrem Kommentar.
Nicolas Betticher (61) hat als Richter das kirchenrechtliche Verfahren gegen den Sittener Priester geleitet. In dem Verfahren wurde F.-X. A. des Missbrauchs für schuldig befunden und aus dem Klerikerstand entlassen. «Allein eine klare Gewaltenteilung» könne künftig faire Urteile sichern, denn die Sachlage sei «nur selten so eindeutig wie in diesem Fall».
Die Reformbewegung «Allianz Gleichwürdig Katholisch» setzt ein klares Zeichen gegen Klerikalismus und ruft Seelsorgende auf, das liturgische Gewand im Rahmen eines Gottesdienstes abzulegen. Zu dem symbolischen Akt äussert sich auch Monika Schmid.
Grundwissen zu Missbrauch an erwachsenen Frauen und den Mustern, die dahinter stecken – das bündelt ein neues Online-Portal. Das Angebot solle Lücken in der Vorbeugung schliessen, wie der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) am Freitag in Köln mitteilte.
Die über 1000 Fälle von sexuellem Missbrauch im Umfeld der römisch-katholischen Kirche Haben die Schweiz erschüttert. Was dieser Skandal für die Ausbildung angehender katholischer Priester bedeutet, erklärt Daniel Krieg, Regens des Priesterseminars St. Luzi in Chur.
Die Reformbewegung «Allianz Gleichwürdig Katholisch» will ein klares Zeichen gegen Klerikalismus setzen und ruft Seelsorgende auf, das liturgische Gewand im Rahmen eines Gottesdienstes abzulegen. Der symbolische Akt soll Gespräche fördern, aber auch das Ringen um eine gleichwürdige Kirche zeigen.
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