Bischof Joseph Maria Bonnemain untersucht Vorwürfe gegen vier Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz. Aktuell nicht untersucht werden die Vertuschungsvorwürfe gegen Felix Gmür. RKZ-Generalsekretär Urs Brosi schliesst nicht aus, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.
Die Fokolar-Bewegung schliesst im nächsten Jahr ihr Ausbildungszentrum in der Freiburger Ortschaft Montet. Wohin gehen dann die Akten? Die Medienverantwortliche der Fokolar Schweiz, Beatrix Ledergerber sagt: «Wir haben den Studienleiterinnen den Zugang zugesichert».
Missbrauchsvorwürfe gegen den Generalvikar des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. Bernard Sonney legt sein Amt nieder. Er begründet: «Zu meiner grossen Überraschung wurden Vorwürfe gegen mich erhoben.» Ausserdem hat das Bistum einen Priester aus Neuenburg suspendiert, dem im Ausland Vorwürfe gemacht werden.
Die Fachstelle Migratio bietet für Migrantinnen und Migranten eine Helpline an. Betroffene von Missbrauch können sich per Mail oder telefonisch melden – in ihrer Muttersprache. Migrierende melden sexuelle Übergriffe seltener, weil sie Angst haben, ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlieren, sagt Nationaldirektorin Isabel Vasquez.
«Erzbischof Fernandez muss weg! Sie müssen ihn aus dieser Position entfernen», fordern Missbrauchsbetroffene von Papst Franziskus. Sie präsentierten drei Fälle, bei denen der neue Glaubenspräfekt nicht angemessen gehandelt habe.
Der katholische Theologe Daniel Ammann (62) engagiert sich in der Männerbewegung und sagt: «Es braucht eine radikale Umkehr.» Die patriarchale Männlichkeit, die das System Kirche seit Jahrhunderten präge, müsse überarbeitet – und das Wissen darüber in der Ausbildung vermittelt werden. «Die Schnellbleiche-Kurse zu Nähe und Distanz sind Peanuts», so Ammann.
Der deutsche Kirchenrechtler Thomas Schüller begrüsst die Absicht der Schweizer Bischöfe, ein nationales Strafgericht einzurichten. «Gut ausgebildete Kleriker sind auch im rechtlichen Bereich ein Segen», sagt er und übt Kritik an der jetzigen Generation von Bischöfen. Schüller geht davon aus, dass Rom der Errichtung des Strafgerichts zustimmt.
Der Schutz vor sexuellem Missbrauch soll Priorität bei der kommenden Weltsynode im Vatikan haben. Das fordert die Päpstliche Kinderschutzkommission in einem am Mittwoch veröffentlichten Aufruf. Zudem verlangt sie von der Kirchenleitung ein stärkeres Engagment für den Schutz von Betroffenen – auch finanziell.
Betroffenenvertreter drängen die katholische Kirche zu höheren freiwilligen Zahlungen an Missbrauchsopfer. Damit sollen Zivilklagen unnötig werden. Unterdessen zieht sich ein solcher Prozess in Bayern in die Länge.
An der Podiumsdiskussion in der Paulus-Akademie finden die Missbrauchsbetroffene Vreni Peterer und der Kirchenrechtler Stefan Loppacher klare Worte. Bischof Joseph Maria Bonnemain will schweigen und redet viel von Rom. Aber es bewegt sich etwas: Der Bischof votiert für ein interdiözesanes Gericht und schliesst Kontrollbefugnisse der geplanten Meldestelle nicht mehr aus.
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