Nach einer Notoperation am 14. September hat Bischof Charles Morerod die Arbeit im Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg (LGF) wieder aufgenommen. Er sei erst auf «mässige Weise» im Einsatz, sagte er gegenüber der Tageszeitung «La Liberté». Das Laienkomitee bleibt vorerst im Amt.
Nach einem Jahr gibt es immer noch keinen neuen Bischof in Lugano. Alain de Raemy geriet in den Medien unter Druck. Er hat sich jetzt Schützenhilfe von höchster Stelle geholt. Der Nuntius Martin Krebs bestätigt, dass er weiterhin Administrator bleibt. De Raemy sagt dazu: «Ich habe nie ein ‹halber Bischof› sein wollen.»
Der katholische Aachener Bischof Helmut Dieser hat noch einmal die Veröffentlichung der Namen von 53 Missbrauchstätern in seinem Bistum verteidigt. Dieses Vorgehen solle vor allem den Betroffenen zugute kommen und die weitere Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs «deutlich voranbringen», schrieb Dieser in einem Hirtenbrief, der am Sonntag in den Kirchen verlesen wurde.
Der ehemalige Zürcher Synodale und Theologe Zeno Cavigelli hat die Bischöfe als «die Überflüssigsten im Gebilde der Kirche» bezeichnet. Diese «generelle Abqualifizierung» lässt die Facebook-Community nicht einfach stehen. In die Diskussion schaltet sich auch Cavigelli selbst ein.
Wie gehen Pfarreien mit Machtmissbrauch um? Claudia Nuber ist neue Leiterin der Pfarrei St. Leodegar in Luzern. Sie hat im September zwei Predigten in der Hofkirche gehalten. «Wir dürfen nicht über Missstände oder Fehlverhalten hinwegsehen; wir dürfen nicht gleichgültig werden», sagt Nuber.
In der «theo Loge» sitzen und mit Begeisterung über Kirchenrecht sprechen: Das hat Adrian Loretan (64) am Donnerstag in der Paulus Akademie getan. Loretan bezeichnet den Klerikalismus als «eine Kultur des Todes». Und er sagt zum Thema Missbrauch: «Sexuellen Missbrauch gibt es dort, wo Macht unkontrolliert ist.»
Der frühere Zürcher Synodalrat Zeno Cavigelli fordert: Die Kantonalkirchen «müssen den Druck auf die Bischöfe wagen» und die Forderungen der RKZ vollumfänglich unterstützen. Im Alltag der Kirchgemeinden spielten Bischöfe und Priester vielfach «kaum eine Rolle». Man solle dem Wohl der Menschen dienen, nicht dem der Bischöfe.
Laut Medienmitteilung hat die Bischofskonferenz am 13. Oktober eine ausserordentliche Videokonferenz abgehalten. Bischof Felix Gmür nahm aus Rom teil. Themen waren die Personalentwicklung, das nationale Strafgericht und der Kulturwandel. Konkrete Schritte wurden nicht angekündigt.
Im Interview mit kath.ch äussert sich Kirchenrechtler Nicolas Betticher über das Bistum Sitten. Dieses habe einen Missbrauchstäter, der in den 1980er Jahren vor Gericht stand, vierzig Jahre im Amt gelassen. Das Bistum reagiert verschnupft und erklärt: Es habe von nichts gewusst und ein Gerichtsverfahren habe es nie gegeben. Dabei stammt die Information vom Bistum selbst.
Die Universität entlässt einen Dozenten wegen antisemitischer Tweets. Die Institutsleiterin, die den Dozenten schützte, wird suspendiert und die Institutionsstrukturen durch eine externe Untersuchung beleuchtet. So geht Aufarbeitung. Die katholische Kirche sollte sich ein Beispiel daran nehmen, findet Annalena Müller in ihrem Kommentar.
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