Kirchgemeinden im Kanton Luzern halten Kirchensteuern zurück. So haben sie die Kirchenaustrittswelle gebrochen. Das sei ein gutes Zeichen, denn es zeige, dass die Menschen in der Kirche sein und bleiben wollen. Von der Synode der Landeskirche erhoffen sich die Gemeinden Rückendeckung. «Wir haben schlicht keine Zeit zu warten, ob die Bischöfe wirklich etwas machen.»
Nicolas Betticher (61) erhielt nach der Veröffentlichung seines Briefes Morddrohungen. «Die Kantonspolizei sagte, sie sei in Sorge», erzählt der Berner Pfarrer gegenüber der «SonntagsZeitung». Zum nationalen Kirchenstrafgericht fordert Betticher: Der Bundesrat soll beim Papst intervenieren. «Nur dann kriegen wir meines Erachtens eine Chance auf ein unabhängiges Gericht».
Bischof Jean-Marie Lovey lässt die Missstände im eigenen Bistum extern untersuchen. Der Schritt zeigt: Die Kirchenoberen sind bereit, aus ihren Fehlern zu lernen. Medien und Öffentlichkeit spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle, schreibt Annalena Müller in ihrem Kommentar.
Hochkarätig besetzt und erstaunlich selbstkritisch: So gab sich ein Podium von Journalistinnen und Journalisten an der Uni Zürich. Thema war die Rolle der Medien in der Missbrauchsdebatte. Otto Hostettler sagte: «Wir waren viel zu nett, zu höflich und zurückhaltend.» Und Simon Hehli gab offen zu: «Ich war überrascht von der medialen Welle, die die Pilotstudie ausgelöst hat.»
Der Priester Heinz Angehrn bloggt auf kath.ch zur Frage, warum Vertuschung in der katholischen Kirche ein Rätsel ist. «Weil ein geweihter Priester kein gewöhnlicher Mensch mehr ist, weil er gemäss Lehre und Doktrin ein Geheiligter ist», meint Angehrn.
Die Diözese Sitten hat im Nachgang zur Pilotstudie eine unabhängige externe Prüfung zum sexuellen Missbrauch in Auftrag gegeben. Gleichzeitig zieht sich Generalvikar Richard Lehner von allen Ämtern in diesem Zusammenhang zurück.
Wie gross ist das Vertrauen in die katholische Kirche? Diese Frage hat sich das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut in St. Gallen gestellt – angesichts der erschütternden Erkenntnisse der Pilotstudie zum Missbrauch. Es sinke, entnimmt er Umfrage-Daten und Kirchenaustrittszahlen. Und plädiert auf aktive Gegensteuer.
Der Name weckt Misstrauen: bischöfliches Geheimarchiv. Das Kirchenrecht schreibt vor, dass heikle Dokumente vom Bischof persönlich weggeschlossen werden müssen. Das sorgt für Diskretion und begünstigt Vertuschung. Die Schweizer Bischöfe machen damit Schluss – auch gegen geltendes Recht.
Der Südtiroler Moraltheologe legt eine umfassende «Christliche Beziehungsethik» vor. Dabei stünden «Haltungen und Kompetenzen im Vordergrund, nicht in erster Linie Vorschriften», sagte der Moraltheologe. Lintner war zuvor vom Vatikan als Dekan von Brixen ausgebremst worden.
Der Priester Heinz Angehrn bloggt auf kath.ch zur schwulenfeindlichen Berichterstattung von Niklaus Herzog auf «swiss-cath.ch». Er kritisiert aber auch das «Aufkochen» des Falls Franz Sabo im «SonntagsBlick» und auf kath.ch. «Das ist unglaublich, unanständig, unethisch.»
‹›