Felix Gmür und Joseph-Maria Bonnemain haben Papst Franziskus zu Gesprächen getroffen. Themen waren das geplante nationale Kirchenstrafgericht, die Aussetzung der Aktenvernichtung und die Öffnung der Nuntiatur-Archive in Bern. Das Präsidium der RKZ wertet das «Engagement der Bischöfe und die Bereitschaft des Papstes für dieses Treffen sehr positiv».
Das Bistum Trier will jährlich informieren, was es in den Bereichen Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch tut. Für 2022 liegt der erste Bericht vor. Das Vorgehen des deutschen Bistums könnte ein Vorbild für die geplante Schweizer Meldestelle sein.
Statt Geldhahn-Drohung forderte die Synode in Solothurn jüngst Reformen – unter anderem zur Gleichstellung der Frau und zur Abschaffung des Zölibats. Solothurner Katholiken wollen auch keine Akten mit Missbrauchsbezug vernichten. Der Landeskirchenrat Thurgau sieht bereits «positive Schritte» in Form der vom Bistum Basel inzwischen getroffenen Reformmassnahmen.
Seit Freitag ist es amtlich. Bischof Joseph Bonnemain erhält als Sonderermittler zwei Engel zur Seite gestellt. Brigitte Tag und Pierre Cornu schauen ihm über die Schulter, wenn es um die Untersuchung gegen seine Amtsbrüder in der Bischofskonferenz geht. «Das schafft Vertrauen», meint Charles Martig. Aber er betont auch: «Das Ganze ist und bleibt ein kirchenrechtliches Verfahren.»
Die katholische Kirche ahndet sexuelle Übergriffe in ihrem Umfeld unprofessionell. Darüber sind sich kirchliche Expertinnen und Experten auf dem Podium der Universität Zürich einig. «Wir wussten früher nicht, wie mit Missbrauchsmeldungen umgehen. Und wir sind heute nicht viel weiter», sagte Nicolas Betticher, Offizial am Interdiözesanen schweizerischen kirchlichen Gericht.
Vor vier Wochen sind von der Regierung in Nicaragua zwölf katholische Priester nach Rom abgeschoben worden. Unter ihnen befinden sich offenbar zwei als Missbrauchstäter verurteilte Geistliche.
Der katholische Priester Stefan Loppacher hat 2019 das letzte Mal eine Messe gefeiert. Der Grund: Er lernte eine Frau kennen. Sein Priesteramt hatte den Experten für Missbrauch in der katholischen Kirche allerdings bereits Jahre zuvor belastet.
Daniel Kosch hat geladen, die Kirche ist gekommen. Abwägende, aber auch hoffnungsvolle Worte dominieren die Diskussion über die Zukunft der Kirche Schweiz. Religionssoziologe Antonius Liedhegener setzt auf rasche Reformen. Annalena Müller warnt vor Hybris und Daniel Kosch spricht über «den weltweit tiefgreifendsten Reformprozess seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil».
Nach altem Brauch landet am 11. November ein Gänsebraten auf dem Esstisch. Die grosse Zeit dieser sogenannten Martingans mag vorbei sein. Doch die Aktualität der Geschichte hinter diesem Brauch macht nachdenklich. Ein Aufruf an die Bischöfe, persönliche Konsequenzen zu ziehen.
Die Bistümer der Schweiz haben sich am 12. September öffentlich verpflichtet, in Zukunft keine Missbrauchs-Akten mehr zu vernichten. Jetzt sagt eine Frau, dass im Bistum Lausanne Genf Freiburg (LGF) bis 2015 mutmasslich wichtige Akten aktiv zerstört worden seien: «In der Diskussion gibt Bischof Morerod mir gegenüber zu, dass er eine Kartonschachtel verbrannt hat, die voll war mit Denunziationen», sagt Anne-Laure Vieli.
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