Die Missbrauchsvorwürfe an die Chorherren der Abtei Saint-Maurice VS haben weitere personelle Folgen: Der Bischof von Sitten und die Verantwortlichen der Abtei haben den Verantwortlichen des Pastoralsektors Saint-Maurice gebeten, in den Ausstand zu treten.
Die Bischöfe sollen das partnerschaftliche Leben von kirchlichen Mitarbeitenden als Privatsache betrachten. Herbert Gut ermuntert Felix Gmür, sich mit dieser Forderung der RKZ auseinanderzusetzen. Gmür habe in der aktuellen Krise die Chance, als Basler Bischof in die Geschichte einzugehen, der «viel Wertvolles» getan habe für die Kirche in Sachen Prävention und Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, schreibt Gut in seinem Gastkommentar.
Für den Churer Bischof Joseph Bonnemain ist klar: Missbrauchsopfer haben das Recht, dass sich die Kirche «schonungslos» mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. Doch die Berichterstattung der Medien im Nachgang zur Publikation der Pilotstudie empfindet er als «einseitig».
Roland Jaquenoud gibt die Führung der Abtei Saint-Maurice wegen Missbrauchsvorwürfen nach nur zwei Monaten ab. Jaquenoud übernahm die Leitung der Abtei im September nachdem Abt Jean César Scarcella sein Amt, ebenfalls wegen Missbrauchsvorwürfen, ruhen lassen musste. Das Kapitel von Saint-Maurice hat den Vatikan um Entsendung eines apostolischen Administrators gebeten, der die Abtei führen soll.
Die kommende Vollversammlung der Schweizer Bischöfe hätte in Saint-Maurice VS stattfinden sollen. Weil gegen den dortigen Abt, Jean Scarcella, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung läuft, hat die Schweizer Bischofskonferenz das Treffen vom 27. bis 29. November nach Lugano verlegt.
Die St. Galler Kollegiumssession war ein Erfolg. An dieser wurde am Dienstag bekannt gegeben, dass künftig eine vierköpfige Arbeitsgruppe weitere Massnahmen gegen den sexuellen Missbrauch klären, bündeln, koordinieren und überwachen soll. Diese soll aus je zwei Mitgliedern des katholischen Konfessionsteils und Bistums St. Gallen bestehen.
Der Verhaltenskodex soll «Herzstück» der Missbrauchsprävention im Bistum Chur sein. Doch nun hat der Churer Priesterkreis, rund 40 konservative Geistliche, sein Herz verweigert – und die Unterschrift unter den Kodex nicht geleistet. Bischof Joseph Maria Bonnemain toleriert die Entscheidung: Die Priester würden ja 98 Prozent der Verhaltensregeln akzeptieren.
Der Kanton Wallis hat den Chorherren Roland Jaquenoud von seiner Tätigkeit als Griechisch- und Lateinlehrer am Gymnasium suspendiert. Dies als Vorsichtsmassnahme, wie Jean-Philippe Lonfat, Vorsteher der kantonalen Dienststelle für Unterrichtswesen, ausführt. Gegen Jaquenoud sind am Sonntagabend Missbrauchsvorwürfe öffentlich bekannt geworden.
Die Genfer Rechtsanwältin Joëlle de Rham-Rudloff vertritt Missbrauchsopfer und Täter vor Gericht. Sie weiss, dass ein Strafverfahren für die Opfer eine grosse Belastung darstellt. Trotzdem findet sie es wichtig, Anzeige zu erstatten.
Im Umgang mit Missbrauch hatte Annette Kurschus besondere Sensibilität versprochen. Doch Recherchen einer Zeitung säten Zweifel an ihrem eigenen Handeln. Jetzt ist Annette Kurschus zurückgetreten als oberste Vertreterin der Protestanten.
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