Franziskaner Otmar Egloff (91) hat viel erlebt. Unter anderem drei Päpste, als er 2004 von Lugano aus in den Lateran wegberufen wurde. Dort war er oberster Beichtvater, für Touristen und auch mal für den Papst. «Mein Beichtstuhl wurde vor der Papst-Beichte sehr gründlich geputzt», sagt er.
Der vatikanische Präventionsbeauftragte äussert sich zur Schweizer Missbrauchsstudie. «Vertuschen und Leugnen des Missbrauchs durch die Kirchenoberen» sei für viele der eigentlichen Skandal. Nicht nur Bischöfe, sondern auch Laien müssen Verantwortung übernehmen. Nur so kann die Kirche verlorenes Vertrauen zurückgewinnen, sagt Hans Zollner.
Der Bund wird keine Untersuchung über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche initiieren. Eine entsprechende Motion wurde abgelehnt, da die Verantwortung bei den Kantonen liege. Im Wallis wird die Politik hingegen aktiv.
Cholerisch und reaktionär: So beschreiben seine früheren Gemeinden den Priester, dem versuchte Vergewaltigung vorgeworfen wird. Recherchen von kath.ch zeigen: Der Priester ist als Problemfall bekannt.
Dem Churer Priester Andreas* wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Weil er sich weigert, in den Ausstand zu treten, hat Bischof Joseph Maria Bonnemain ihn suspendiert. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden ermittelt.
Die deutsche Missbrauchsbetroffene Johanna Beck wirft dem Vatikan fehlenden Reformwillen und mangelnden Einsatz für Missbrauchsopfer vor. Der Vatikan sorge «mit Reformunwilligkeit, mangelndem Engagement im Missbrauchskontext und mit diskriminierendem Gebaren dafür, dass sich hier immer mehr Menschen von der katholischen Kirche distanzieren», schreibt die Publizistin.
Die kirchliche Bewegung «Reformen jetzt« hat sich mit Verantwortlichen des Bistums St. Gallen getroffen. Die Beteiligten fordern ein Mitspracherecht bei der künftigen Bischofswahl und Respekt vor der Privatsphäre der Seelsorgenden. «Bischof und Bistumsleitung sehen und anerkennen die Initiative als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kirche in unserem Bistum», teilt das Bistum mit.
Der Walliser Bildungsdirektor Christophe Darbellay hat es bereits angekündigt. Nun soll die Vereinbarung zwischen Schule und Kirchen überprüft werden. Dies wegen den mutmasslichen Missbrauchsfällen in der Abtei Saint-Maurice – und den an Schulen tätigen Chorherren.
Die Meditationslehrerin Heide-Rose Decurtins (80) hat den früheren Leiter der ökumenischen Gemeinschaft von Beinwil SO kennengelernt: als einen Menschen, der «tief in seinem Sein» ist. Sie ist «total erschreckt» ob der Missbrauchsvorwürfe gegen ihn. Selber hat sie ihn in positiver Erinnerung.
Die Synodalen in Basel haben sich am Mittwoch ebenfalls der Missbrauchskrise gestellt. Die Pfarrei Heiliggeist forderte vom Kirchenrat konkrete Vorschläge im Umgang mit der Missbrauchsproblematik und einen Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch. Dem Beitritt stimmten die Synodalen deutlich zu.
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