Die deutsche Missbrauchsbetroffene Johanna Beck wirft dem Vatikan fehlenden Reformwillen und mangelnden Einsatz für Missbrauchsopfer vor. Der Vatikan sorge «mit Reformunwilligkeit, mangelndem Engagement im Missbrauchskontext und mit diskriminierendem Gebaren dafür, dass sich hier immer mehr Menschen von der katholischen Kirche distanzieren», schreibt die Publizistin.
Die kirchliche Bewegung «Reformen jetzt« hat sich mit Verantwortlichen des Bistums St. Gallen getroffen. Die Beteiligten fordern ein Mitspracherecht bei der künftigen Bischofswahl und Respekt vor der Privatsphäre der Seelsorgenden. «Bischof und Bistumsleitung sehen und anerkennen die Initiative als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kirche in unserem Bistum», teilt das Bistum mit.
Der Walliser Bildungsdirektor Christophe Darbellay hat es bereits angekündigt. Nun soll die Vereinbarung zwischen Schule und Kirchen überprüft werden. Dies wegen den mutmasslichen Missbrauchsfällen in der Abtei Saint-Maurice – und den an Schulen tätigen Chorherren.
Die Meditationslehrerin Heide-Rose Decurtins (80) hat den früheren Leiter der ökumenischen Gemeinschaft von Beinwil SO kennengelernt: als einen Menschen, der «tief in seinem Sein» ist. Sie ist «total erschreckt» ob der Missbrauchsvorwürfe gegen ihn. Selber hat sie ihn in positiver Erinnerung.
Die Synodalen in Basel haben sich am Mittwoch ebenfalls der Missbrauchskrise gestellt. Die Pfarrei Heiliggeist forderte vom Kirchenrat konkrete Vorschläge im Umgang mit der Missbrauchsproblematik und einen Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch. Dem Beitritt stimmten die Synodalen deutlich zu.
Am 19. November enthüllt RTS Missbrauchsvorwürfe gegen neun Chorherren der Abtei Saint-Maurice. Seither sind mehr als ein Dutzend weiterer Anzeigen bei den Walliser Strafverfolgungsbehörden eingegangen. «Jede Anzeige werde berücksichtigt», heisst es aus Ermittlerkreisen.
Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Kindern in der Kirche verurteilt. Viele Kinder und vulnerable Personen hätten das grösste Übel an einem Ort erfahren, an dem sie zusammen mit ihren Eltern nach dem Wahren und Guten gesucht hätten, schrieb der Papst in einem Brief an eine Pilgergruppe aus dem französischen Bistum Nantes.
Seit der Veröffentlichung der Pilotstudie «Missbrauch im kirchlichen Umfeld» werden die Forderungen nach Veränderungen innerhalb der Kirche lauter. Der Jesuitenpater Hans Zollner hat die Missbrauchsstudie der Universität Zürich umfassend analysiert. Er beobachtet in den Reaktionen auf den Bericht «dieselben destruktiven Muster wie zuletzt in Deutschland oder Frankreich».
Heute tagt die nächste Synode. Und auch Basel muss sich der Missbrauchskrise stellen. Die Pfarrei Heiliggeist will vom Kirchenrat wissen, wie er die Missbrauchsproblematik angeht. Und sie fordert den Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch.
Die ehemalige Spitalseelsorgerin berichtet in einer Erzählung von sexuellem Missbrauch. Der Täter soll der frühere Leiter der ökumenischen Gemeinschaft im Kloster Beinwil gewesen sein, das Opfer ein junger, drogenabhängiger Mann in dessen Obhut. Die Grundinformation stimme, sagt Häberling. Der ehemalige Basler Münsterpfarrer Franz Christ spricht von einer Andeutung, die er erhalten habe.
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