Am 19. November enthüllt RTS Missbrauchsvorwürfe gegen neun Chorherren der Abtei Saint-Maurice. Seither sind mehr als ein Dutzend weiterer Anzeigen bei den Walliser Strafverfolgungsbehörden eingegangen. «Jede Anzeige werde berücksichtigt», heisst es aus Ermittlerkreisen.
Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Kindern in der Kirche verurteilt. Viele Kinder und vulnerable Personen hätten das grösste Übel an einem Ort erfahren, an dem sie zusammen mit ihren Eltern nach dem Wahren und Guten gesucht hätten, schrieb der Papst in einem Brief an eine Pilgergruppe aus dem französischen Bistum Nantes.
Seit der Veröffentlichung der Pilotstudie «Missbrauch im kirchlichen Umfeld» werden die Forderungen nach Veränderungen innerhalb der Kirche lauter. Der Jesuitenpater Hans Zollner hat die Missbrauchsstudie der Universität Zürich umfassend analysiert. Er beobachtet in den Reaktionen auf den Bericht «dieselben destruktiven Muster wie zuletzt in Deutschland oder Frankreich».
Heute tagt die nächste Synode. Und auch Basel muss sich der Missbrauchskrise stellen. Die Pfarrei Heiliggeist will vom Kirchenrat wissen, wie er die Missbrauchsproblematik angeht. Und sie fordert den Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch.
Die ehemalige Spitalseelsorgerin berichtet in einer Erzählung von sexuellem Missbrauch. Der Täter soll der frühere Leiter der ökumenischen Gemeinschaft im Kloster Beinwil gewesen sein, das Opfer ein junger, drogenabhängiger Mann in dessen Obhut. Die Grundinformation stimme, sagt Häberling. Der ehemalige Basler Münsterpfarrer Franz Christ spricht von einer Andeutung, die er erhalten habe.
Die Missbrauchsvorwürfe an die Chorherren der Abtei Saint-Maurice VS haben weitere personelle Folgen: Der Bischof von Sitten und die Verantwortlichen der Abtei haben den Verantwortlichen des Pastoralsektors Saint-Maurice gebeten, in den Ausstand zu treten.
Die Bischöfe sollen das partnerschaftliche Leben von kirchlichen Mitarbeitenden als Privatsache betrachten. Herbert Gut ermuntert Felix Gmür, sich mit dieser Forderung der RKZ auseinanderzusetzen. Gmür habe in der aktuellen Krise die Chance, als Basler Bischof in die Geschichte einzugehen, der «viel Wertvolles» getan habe für die Kirche in Sachen Prävention und Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, schreibt Gut in seinem Gastkommentar.
Für den Churer Bischof Joseph Bonnemain ist klar: Missbrauchsopfer haben das Recht, dass sich die Kirche «schonungslos» mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. Doch die Berichterstattung der Medien im Nachgang zur Publikation der Pilotstudie empfindet er als «einseitig».
Roland Jaquenoud gibt die Führung der Abtei Saint-Maurice wegen Missbrauchsvorwürfen nach nur zwei Monaten ab. Jaquenoud übernahm die Leitung der Abtei im September nachdem Abt Jean César Scarcella sein Amt, ebenfalls wegen Missbrauchsvorwürfen, ruhen lassen musste. Das Kapitel von Saint-Maurice hat den Vatikan um Entsendung eines apostolischen Administrators gebeten, der die Abtei führen soll.
Die kommende Vollversammlung der Schweizer Bischöfe hätte in Saint-Maurice VS stattfinden sollen. Weil gegen den dortigen Abt, Jean Scarcella, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung läuft, hat die Schweizer Bischofskonferenz das Treffen vom 27. bis 29. November nach Lugano verlegt.
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