Der Einsiedler Pater Martin Werlen und die Theologin Elisabeth Fink-Schneider bilden zusammen die Anlaufstelle für Menschen, die im Bistum St. Gallen geistlichen Missbrauch erlebt haben. Vorfälle von Betroffenen geben sie anonymisiert ans Bistum weiter. «Meine Erwartung ist, dass das Bistum handelt», sagt Fink-Schneider.
Die Zürcher Kantonalkirche reagiert mit einer Image-Kampagne auf die vermehrten Kirchenaustritte. «Unser Image? Im Allzeittief. Unser Engagement? Konstant hoch», heisst es in der Kampagne. Sie will zum Verbleib in der Kirche motivieren.
Michael Peter Fuchs (70) hat 31 neue Psalmen gedichtet und geht damit auf Konzerttournee. Nach dem Versagen des Klerikalismus sei die Stunde der Laien gekommen, ist er überzeugt. Der in Deutschland lebende Schweizer Katholik tritt im März in mehreren Kirchen und Klöstern der Schweiz auf.
Das Geld vom Kanton in die Landeskirche soll in Bern weiter fliessen. Zwei Vorstösse, dieses so lange zu sistieren, bis die katholische Kirche den Missbrauch aufgearbeitet habe, lehnte der Berner Regierungsrat ab. Aus seiner Sicht gibt es dafür weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtsgrundlage.
Am 25. Januar wurde die Missbrauchstudie des Forschungsverbundes «ForuM» zur evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlicht. Genauso wie in der katholischen Kirche hat auch die Studie in den evangelischen Reihen ein Beben verursacht. Klar Stellung nimmt dazu die deutsche Bischöfin Kerstin Fehrs.
Es braucht in der Kirche Beschränkung und Teilung von Macht, sagt der Theologe Daniel Kosch. So könnte das Kirchenvolk an der Wahl des Bischofs beteiligt und seine Amtszeit «auf vielleicht zwölf Jahre beschränkt» sein. Zudem würde das Bischofsamt aufgewertet werden, «wenn es nicht nur zölibatären Männern offenstünde, sondern auch Frauen».
In Deutschland will eine katholische Gemeinde die Personalentscheidung des Bistums Essen nicht akzeptieren und rebelliert gegen einen Priester, dem sexuell grenzverletzendes Verhalten vorgeworfen wird. Die Katholische Junge Gemeinde (KjG) zeigt sich in einem offenen Brief an Bischof Franz-Josef Overbeck erschüttert.
Im Bistum Sitten hat ein Priester zwei Kinder über Jahre hinweg misshandelt. Der Täter streitet die Taten ab und hielt sich nicht an die Sanktionen. Bischof Jean-Marie Lovey informierte deswegen die aktiven Priester über den Missbrauchstäter. «Er darf nicht mehr als Priester auftreten». Und: Der Bischof von Sitten will mit Gesprächsabenden Vertrauen zurückgewinnen.
Vorwürfe gegen einen weiteren Papstberater: Dem Erzbischof von Quebec, Gerald Cyprien Lacroix, werden im Rahmen einer Sammelklage sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der französischsprachige Kardinal gehört zu den engen Beratern des Papstes.
Die Studienergebnisse zum Missbrauch in der evangelischen Kirche «muss uns als EKS zu denken geben». Das «positive Selbstbild» habe dazu geführt, dass die reformierte Kirche die eigenen Schwachstellen zu lange ausgeblendet habe. Rita Famos rechnet damit, dass für die Schweiz bald eine eigene Studie kommen wird.
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