Der Kirchenverwaltungsrat der Katholischen Kirche Region Rorschach reagiert auf die Missbrauchsskandale der letzten Tage. Er fordert seine Seelsorgenden in einem Schreiben dazu auf, Reformmassnahmen sofort umzusetzen. Und zwar auch gegen den Willen des Bischofs. Der Rat selbst bereite politische Reform-Vorstösse vor.
RKZ-Generalsekretär Urs Brosi verkündete im «SRF Club» vier Forderungen an die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und drohte damit, notfalls Zahlungen zu sistieren. Dem «Eskalationspotential einer solchen Drohung» seien sich alle bewusst. Aber die Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ) wisse auch, «dass Pseudo-Massnahmen ohne juristischen ‹Biss› nicht ausreichen.»
Ein Priester der Diözese Sitten wird beschuldigt, zwei Buben in den 1990er Jahren sexuell missbraucht zu haben. Sein Rekurs gegen die Entlassung aus dem Klerikerstand ist in Rom hängig. Das Bistum Sitten verhängte gegen den Priester zwar Massnahmen, informierte aber die Pfarreien erst zwei Jahre später. Nun soll ein Priester den Fall untersuchen.
Die Gemeinschaft der Kirche habe versagt und Vertrauen zerstört, schreibt der Mediensprecher für den deutschsprachigen Teil des Bistums Sitten, Paul Martone über die Resultate der Missbrauchs-Vorstudie. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Priorität habe das Wohlergehen der Kinder.
Claude Bumann steht im Bistum Sitten dem Fachgremium «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» vor. Dieses sei nicht von jenem Mann kontaktiert worden, der dem Abt von Saint-Maurice Missbrauch vorwirft. Bumann kritisiert die fehlende Unabhängigkeit des Gremiums.
Die Schweizer Bischöfe haben am Samstag erste Massnahmen gegen den Missbrauch in der katholischen Kirche kommuniziert. Darunter befinden sich: eine nationale Meldestelle, schweizweit psychologische Abklärungsverfahren, eine Professionalisierung der Personalakten und ein kirchliches Straf- und Disziplinargericht.
Der Protest von kirchlichen Mitarbeitenden gegen Vertuschung in Missbrauchsfällen nimmt weitere Dimensionen an. Gestern erschien im «Bieler Tagblatt» eine Bekenner-Anzeige. Nächste Woche soll sie im «Grenchner Tagblatt» erscheinen. Sie wurde von 27 Personen unterzeichnet.
Im Podcast «Laut + Leis» suggeriert Bischof Felix Gmür: Nicht er, sondern die Staatsanwaltschaft habe die Kontaktdaten von Denise Nussbaumer an den Beschuldigten weitergegeben. Das ist falsch. kath.ch veröffentlicht einen Brief des Bischofs. Dieser zeigt: Es war der Bischof selbst.
Das St. Galler Bildungsdepartement zeigt sich nach den beim Schweizer Fernsehen erhobenen schweren Missbrauchsvorwürfen gegen eine Christliche Schule in Kaltbrunn SG zurückhaltend. Die Situation sei aus Datenschutzgründen blockiert. Ein Schweizer Chocolatier entschuldigte sich bei den Opfern dafür, was an der Schule geschehen war.
Bischof Felix Gmür hat einen Brief an seine Mitarbeitenden mit Leitungsfunktion im Bistum Basel geschrieben. Der Brief betrifft zum Beispiel auch Seelsorgende. Darin geht es um die Ergebnisse der Missbrauchsstudie und den Umgang mit ihr. Gmür dankt seinen Mitarbeitenden für ihr Engagement. Gleichzeitig rechnet er selbst damit, «weiter in der Öffentlichkeit demontiert zu werden» – und beklagt ein Misstrauensvotum.
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