Auch in der evangelischen Kirche gibt es Missbrauch in erschütterndem Ausmass. Dies zeigt eine heute veröffentlichte Studie. Kirchen müssen ihre «täterschützenden Strukturen» endlich anpacken, schreibt Annalena Müller. «Nur so können wir bewahren, was bewahrenswert ist: die christliche Lehre von Liebe und Mitmenschlichkeit».
Das deutsche Bistum Münster hat an einem Missbrauchsopfer eine hohe Summe zur Anerkennung seines Leids gezahlt. 300'000 Euro seien überwiesen worden, sagte der Interventionsbeauftragte Stephan Baumers. Die betroffene Person habe «schwersten sexuellen Missbrauch über einen längeren Zeitraum» erlitten.
Auf kritische Fragen, Unverständnis und Wut antwortet Bischof Felix Gmür mit seinem Hirtenwort 2024. Innovationsforscher Claus Noppeney hätte mehr als schöne Worte erwartet: «Mit einem aufrichtigen Abschiedswort sollte Bischof Felix den Weg für einen radikalen Neuanfang im Bistum Basel freimachen.»
Der neue RKZ-Präsident Roland Loos übernimmt das Amt in stürmischen Zeiten. Die Beziehungen zwischen RKZ und SBK gelten als angespannt. Roland Loos möchte «für eine entspanntere Atmosphäre sorgen». Trotzdem sei es wichtig, Druck aufrechtzuerhalten und die im Herbst vorgestellten Massnahmen zu implementieren. Das Thema Missbrauch wird auch in den nächsten Jahren einen grossen Stellenwert einnehmen.
Jüngst wurde die harsche interne Kritik an Stefan Loppacher publik. Nun scheint Entspannung in die Causa Loppacher zu kommen. Der Präsident des Zürcher Synodalrats Raphael Meyer sprach dem Präventionsbeauftragten sein Vertrauen aus: Der Synodalrat sei froh, «weiterhin auf sein Fachwissen zählen zu dürfen.»
Jüngst hat Coop Klosterbier aus den Verkaufsregalen genommen. Der Grund: der Missbrauchsskandal in Saint-Maurice. Ist das Image der Kirche toxisch? Kath.ch befragte Passanten auf der Zürcher Bahnhofstrasse, was ihnen spontan beim Begriff «katholische Kirche» in den Sinn kommt. Viele Antworten klingen ernüchternd. Doch der Glaube an Gott und an das Gute in der katholischen Kirche ist für manche nach wie vor stark. Ein Augenschein.
Nach seinen provokanten Äusserungen steht der Präventionsbeauftragten des Bistums Chur, Stefan Loppacher, in der Kritik. Nur zwei der sieben Kantonalkirchen des Bistums stützen ihn. Seine öffentlich kommunizierte Abkehr vom Glauben und sein Bekenntnis zu seiner Partnerin irritieren Konservative. Eine potentielle Nachfolgerin wurde schon angefragt – und lehnte ab. Loppacher selbst ist überrascht und signalisiert Gesprächsbereitschaft.
Wegen Vertuschungs- und Missbrauchsvorwürfen ermittelt Bischof Bonnemain im Auftrag des Vatikans gegen mehrere Schweizer Priester und Bischöfe. Nun teilt das Bistum Chur auf Anfrage von kath.ch mit: Der Abschluss der Voruntersuchung gegen verzögert sich. Ob die Öffentlichkeit das Ergebnis der Untersuchungen oder allfällige Entscheidungen des Vatikans erfahren wird, ist unklar.
Der «Walliser Bote» kritisierte den Bischof Jean Marie Lovey: Er habe an der offiziellen Neujahrsansprache vom Montag nicht über den Missbrauch in der Kirche gesprochen, Staatsrat Christophe Darbellay hingegen schon. Generalvikar Pierre-Yves Maillard widerspricht: Lovey habe bildlich, aber klar darüber gesprochen.
Missbrauchs-Experte Ulrich Wastl kritisiert die bayerische Anlaufstelle für Opfer von Missbrauch. Diese müsse «gänzlich unabhängig und entsprechend finanziell ausgestattet» sein sowie die Interessen der Betroffenen vertreten. Das könnte ein Tipp an die Schweizer Bischöfe sein, die eine nationale Meldestelle für Opfer von Missbrauch planen.
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