Der «Walliser Bote» kritisierte den Bischof Jean Marie Lovey: Er habe an der offiziellen Neujahrsansprache vom Montag nicht über den Missbrauch in der Kirche gesprochen, Staatsrat Christophe Darbellay hingegen schon. Generalvikar Pierre-Yves Maillard widerspricht: Lovey habe bildlich, aber klar darüber gesprochen.
Missbrauchs-Experte Ulrich Wastl kritisiert die bayerische Anlaufstelle für Opfer von Missbrauch. Diese müsse «gänzlich unabhängig und entsprechend finanziell ausgestattet» sein sowie die Interessen der Betroffenen vertreten. Das könnte ein Tipp an die Schweizer Bischöfe sein, die eine nationale Meldestelle für Opfer von Missbrauch planen.
Gerichtsdokumente zeigen die grauenhafte Dimension eines Walliser Missbrauchsfalls. Ein Vater hat zusammen mit einem Priester seine beiden Kinder missbraucht. Strafrechtlich ist der Fall verjährt. Der Priester wurde im Oktober 2023 vom Vatikan in den Laienstand versetzt.
Die Pilotstudie zum Missbrauch hat Reaktionen ausgelöst. Darauf sei die Kirche zu wenig vorbereitet gewesen, sagt der St. Galler Bischof Markus Büchel.
Zum Ende ihrer Amtszeit als RKZ-Präsidentin schaut Renata Asal-Steger auf vier bewegte Jahre zurück. Die Ablehnung der Landeskirchen, den Finanzhebel «als ultima ratio» einzusetzen, habe sie überrascht. Ihrem Nachfolger Roland Loos wünscht sie «Kraft und Unterstützung und Gottes reichen Segen».
Die evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz (EKS) sieht Handlungsbedarf und will ihre Fälle von sexualisierter Gewalt aufarbeiten. Präsidentin Rita Famos zeigte sich am Freitag davon überzeugt, dass es auch in ihrer Kirche viele Missbrauchsfälle gibt.
Pius Troxler ist seit kurzem oberster Schaffhauser Katholik. Er erhält aktuell viele Kirchenaustrittschreiben. Diesen und anderen Schwierigkeiten gelte es zu begegnen, sagt der Schönstatt-Priester.
Kirchenrechtler Wolfgang F. Rothe wurde vom konservativen Kleriker zum Kirchenrebellen. Dazu haben seine eigenen Erfahrungen von Missbrauch und Moralismus im traditionalistischen Milieu beigetragen. Rothe vertritt den Missbrauchsbetroffenen Josef Henfling. Missbrauch sei dort, «wo der lehramtlichen Sexualmoral eine zentrale Rolle zugesprochen wird, vorprogrammiert.»
Die Zürcher Pilotstudie zum Missbrauch in der katholischen Kirche hat aufgerüttelt. 91 Personen haben sich seither an Meldestellen in der Romandie gewandt, um einen Missbrauch zu melden, die meisten bei den unabhängigen Stellen.
Der Pfarreileiter von St. Johannes in Luzern hätte sich mehr erhofft von Bischof Felix Gmür. Auf das Anliegen, das Privatleben der kirchlichen Mitarbeitenden solle nicht mehr anstellungs- oder kündigungsrelevant sein, habe der Bischof inhaltlich nicht geantwortet. Dabei hätte er sich auf «Gaudium et spes» berufen können.
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