Trotz dringenden Handlungsbedarfes: Es gibt zu wenig Ressourcen für Prävention von Gewalt in der Kirche. Und der Ländervergleich zeigt: Die Schweiz ist zu spät bei der Aufarbeitung sowohl sexueller als auch spiritueller Gewalt. Fazit einer Fachtagung zum Thema.
Einige Jungs sitzen auf rosa Kuppen und treiben im Wasser. Beim genauen Hinschauen wird klar: Die Kuppen sind die Spitzen von priesterlichen Geschlechtsteilen. Die Karikatur von Caro Rutz hat den Publikumspreis der Ausstellung «Gezeichnet 2023» gewonnen.
Bis Ende Jahr hat Bischof Bonnemain die Einrichtung eines unabhängigen Schweizer Kirchenstrafgericht versprochen. Sechs Monate später ist klar: Das Versprechen ist kaum zu halten. Der Abschluss der Serie «Wo stehen wir?»
Die Basler Theologin Delphine Conzelmann (29) ist zwei Wochen nach Publikation der Missbrauchsstudie in die katholische Kirche eingetreten. Motiviert dazu haben sie mittelalterliche Texte. Im April steht die Firmung an. Dabei ist Conzelmann konfessionslos aufgewachsen und mit 19 der reformierten Kirche beigetreten.
Psychologische Auswahltests für Priesteramtskandidaten und Seelsorger sollen bald standardmässig zum Werkzeugkasten der kirchlichen Missbrauchsprävention gehören. Die Dübel sind aber nur so gut, wie die Wand, in die sie gebohrt werden, warnt ein Fachmann. Der vierte Teil der kath.ch-Serie «Wo stehen wir?».
Im Interview äussert sich Urban Federer zu den Vertuschungsvorwürfen betreffend den «Fall Pater A.». Er habe sich entschieden, der staatlichen «Justiz den Vortritt» zu geben. Den Fall hat er «vor wenigen Tagen» der Staatsanwaltschaft gemeldet. Vertuschung weist der Abt «ausdrücklich zurück».
Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen neun Chorherren der Abtei St. Maurice wird die Schule verstaatlicht. Chorherren dürfen weiter als Lehrer tätig sein, wenn sie die entsprechende Ausbildung haben. Alexandre Ineichen, Chorherr der Abtei, wird wieder als Rektor eingesetzt. Die künftige Schulleitung darf nicht mehr von der Abtei gestellt werden.
Bistümer diskriminieren Seelsorgende, deren Privatleben nicht der katholischen Sexuallehre entspricht. Damit soll Schluss sein, fordert die RKZ seit letztem September. In Deutschland ist die Entkopplung von Missio und Privatleben bereits Realität. Die Schweizer Bischöfe wollen «die deutsche Lösung» nicht. Der dritte Teil der kath.ch-Serie «Wo stehen wir?»
Der Apostolische Administrator des Bistums Lugano, Alain de Raemy, bezeichnet die Publikation der Pilotstudie im letzten Herbst als «Wendepunkt». Dadurch seien die Menschen ermutigt worden, über ihr bisher stilles Leiden zu reden.
Der Vatikan mahnt Bischof Felix Gmür offiziell im «Fall Nussbaumer» ab. Das zuständige Dikasterium bestätigt zwei grobe Verfahrensfehler. Für die Missbrauchsbetroffene Denise Nussbaumer schafft die Mahnung eine gewisse Befriedigung. Die Formulierung des Textes aus Rom zeige gleichzeitig erneut «dass ich als Opfer keine Rolle spiele».
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