Ein Jahr nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ziehen Opfervertreter eine gemischte Bilanz. Einerseits hätten der Papst und seine Organisatoren sehr viel erreicht. Andererseits gebe es etliche offene Fragen; zudem sei in vielen Ländern bisher wenig geschehen.
Der Westschweizer Bischof Charles Morerod macht Ernst mit Gesprächen mit einem Missbrauchsopfer. Den Schweizer Freidenkern ist das zu wenig: Sie haben Strafanzeige erstattet.
Bischof Charles Morerod, hat sich zu den gegen ihn und einen Priester des Bistums erhobenen Vorwürfen an die Öffentlichkeit gewandt. Er will keine vorschnellen Urteile ziehen.
Nach der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg erhält auch das Bistum Sitten eine Gedenktafel für Opfer von sexuellem Missbrauch. Die Tafel hängt in einer Kapelle von Monthey.
Gegen den Freiburger Domherr P. F. läuft bereits eine kirchliche Untersuchung wegen mutmasslicher sexueller Belästigung. Nun hat sich ein weiteres mutmassliches Opfer mit schweren Vorwürfen in der Presse geoutet. Der Priester ist inzwischen von seinem Amt suspendiert.
Zehn Jahre ist es her, dass der Missbrauchsskandal am Berliner Canisius-Kolleg bekannt wurde und weite Kreise zog. Inzwischen ist viel passiert.
Die «Päpstlichen Geheimnisse» zur Verfolgung von sexuellem Missbrauch werden aufgehoben. Damit werde eine Verknüpfung gelöst, die zu grosser Entrüstung gegenüber der Kirche geführt hat.
Der wegen Nichtanzeige eines Geistlichen verurteilte Lyoner Kardinal Philippe Barbarin hat «Irrtümer» eingeräumt. Er habe aber nicht von einer «Schuld» im juristischen Sinn gesprochen.
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat den früheren Papst Benedikt XVI. gegen den Vorwurf verteidigt, er habe Missbrauchstäter unter katholischen Geistlichen nicht entschieden verfolgt.
Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Kardinal Georg Pell legt vor dem höchsten australischen Gericht Berufung ein. Am 21. August hatte das Oberste Strafgericht des Bundesstaates Victoria die sechsjährige Haftstrafe gegen den Kardinal bestätigt.
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