Der Kinderschutzexperte und Jesuit Hans Zollner hat das verschärfte Gesetz gegen Missbrauch in der katholischen Kirche begrüsst. Er lobt die klareren Verantwortlichkeiten und die Ausweitung der Regeln auf Laien.
Der Geschäftsführer der Betroffeneninitiative Eckiger Tisch, Matthias Katsch, findet den Rücktritt von Bischof Bode «richtig und wichtig». Er hätte das aber bereits früher von ihm erwartet.
Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode (72) tritt als Bischof zurück. Er begründet dies vor allem mit eigenen Fehlern bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Damit ist Bode der erste deutsche Bischof, der diesen Schritt macht. Der Papst habe seinen Amtsverzicht angenommen, teilte der Vatikan am Samstag mit.
Die Schweizer Hochschulen haben für heute zu einem nationalen Aktionstag gegen sexuelle Belästigung aufgerufen. Ziel: einen Mentalitätswandel herbeizuführen. Die Theologische Hochschule Chur lädt zu einem Podium über Missbrauch und Prävention in kirchlichen Institutionen.
Den Kampf der katholischen Kirche gegen den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche will Papst Franziskus weltweit verstärken. Dies teilte er in einem Schreiben an Bischöfe und Experten in Lateinamerika mit.
Laut Kinderschutzexperte Hans Zollner mangelt es in der katholischen Kirche an einheitlichen Bewertungskriterien für künftige Priester. Zudem fehle es an speziellen Eignungstests für diese Berufsgruppe, so der Jesuit in einem Interview mit Psychiater Stefano Lassi. Auch gebe es keine Tests, die darauf schliessen lassen, wie Priester ticken.
Kirchliche Amtsträger haben lange ihre Augen vor sexuellem Missbrauch verschlossen. Eine Studie für das Bistum Essen benennt Priesterseminare als «eigenwillige Sozialisationsmilieus» und fordert Ausbilder auf, deutlich zwischen sexualisierter Gewalt, Homosexualität und Zölibatsbruch zu unterscheiden.
Neue Recherchen von «Correctiv» und Bayerischem Rundfunk werfen die Frage auf, ob Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., im Fall des mehrfachen Missbrauchstäters H. früher hätte reagieren müssen.
Dem slowenischen Priester und Mosaikkünstler Marko Rupnik sind ab sofort öffentliche Auftritte verboten. Diese Verschärfung der disziplinarischen Massnahmen beschloss der Jesuitenorden nach Anhörung zahlreicher Zeugen.
Die Zeitschrift «Beobachter» kritisiert die Schweizer Bischöfe. Missbrauchsopfer würden nicht aktiv informiert, dass sie Anspruch auf Entschädigung haben. Und Abt Urban Federer hält ein Gutachten zum Missbrauch im Kloster Einsiedeln unter Verschluss. «Die Bischöfe sollen eine Selbstverpflichtung abgeben, keine Akten mehr zu vernichten», fordert Vreni Peterer.
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