Jesuitenpater Klaus Mertes (69), der vor 13 Jahren den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche öffentlich machte, tut sich schwer mit verurteilten Tätern und Vertuschern in seinem Orden. «Die Mythologie ‹Ich bin Opfer› spaltet die Gemeinschaft», sagt Klaus Mertes dazu.
Der Missbrauchsskandal im Bistum Basel zeigt dramatische Systemfehler auf. Das Bistum ignorierte Beschwerden über den ehemaligen Offizial. Dieser ist bis heute uneinsichtig. Es sei kein «gravierender» Fehler gewesen, die Akten nicht nach Rom zu schicken, sagt er. Der Fall zeigt mehr: Die Schweizer Bischofskonferenz verbreitet missverständlich formulierte Richtlinien. Eine einordnende Analyse.
Die Erzdiözese San Francisco versucht, sich durch ein Insolvenzverfahren vor den Forderungen von Missbrauchsopfern zu schützen. Ein Trend in den USA – mehr als zwei Dutzend Bistümer haben dort bereits ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Anwälte und Opferorganisationen kritisieren den Schritt.
Natalia Widla und Otto Hostettler haben den Fall Nussbaumer für den «Beobachter» recherchiert. Die Kommunikation des Bistums haben sie als «schwierig» und «lavierend» wahrgenommen. Im Gespräch mit kath.ch berichten die beiden Medienschaffenden von der Erfahrung, die sie unabhängig voneinander als «absurd» bezeichnen.
Bischof Felix Gmür hat Tagebuchnotizen und Kontaktdaten eines Opfers an den Täter weitergegeben. Das hat Vreni Peterer von der «IG Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld» getriggert. Die Kirche versichere, Betroffene zu schützen. «Aber nun scheint es so, dass Bischof Felix Gmür genau das Gegenteil gemacht hat», sagt Peterer. Sie ermutigt Betroffene sich dennoch zu melden.
Ein Priester aus Nigeria hat eine Minderjährige in den 1990er-Jahren jahrelang missbraucht. Bischof Felix Gmür hat kein kirchenrechtliches Strafverfahren eröffnet. Und auch Akten wurden nicht nach Rom geschickt. Fehler habe der damalige Voruntersuchungsführer gemacht, so das Bistum Basel.
Das Bistum Basel hat in einem Missbrauchsfall desaströs gehandelt. Geltendes Kirchenrecht wurde ignoriert. Und das Bistum hat dem mutmasslichen Täter die Kontaktdaten des Opfers ausgehändigt. In einer offiziellen Stellungnahme räumt Felix Gmür Fehler ein. Schiebt die Verantwortung aber anderen zu. «Das ist das Gegenteil von Opferschutz», meint Annalena Müller im Kommentar.
Der «Beobachter» hat aufgedeckt: Der Bischof von Basel hat gravierende Fehler in einem Missbrauchsfall begangen – insbesondere beim kirchenrechtlichen Verfahren. Das anerkennt Felix Gmür «als ein Scheitern, das nicht mehr vorkommen darf». Die Stellungnahme des Bistums im Wortlaut.
Ein Priester aus Nigeria hat eine Minderjährige in den 1990er-Jahren jahrelang missbraucht. Die Genugtuungskommission der Bischofskonferenz hat die Frau inzwischen als Opfer anerkannt und entschädigt. Nicht so der zuständige Bischof von Basel. Der Beobachter ortet grobe Fehler im Handeln von Felix Gmür.
Mehr als 40 Millionen Euro hat die katholische Kirche in Deutschland bisher an Missbrauchsbetroffene gezahlt. Nach dem Kölner Urteil teilt die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistung am Dienstag mit, die Höhe der Anerkennungszahlungen deutlich erhöhen zu wollen. In der Schweiz liegen kirchliche Genugtuungszahlungen aktuell bei maximal 20'000 Franken
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