Vor vier Wochen sind von der Regierung in Nicaragua zwölf katholische Priester nach Rom abgeschoben worden. Unter ihnen befinden sich offenbar zwei als Missbrauchstäter verurteilte Geistliche.
Der katholische Priester Stefan Loppacher hat 2019 das letzte Mal eine Messe gefeiert. Der Grund: Er lernte eine Frau kennen. Sein Priesteramt hatte den Experten für Missbrauch in der katholischen Kirche allerdings bereits Jahre zuvor belastet.
Daniel Kosch hat geladen, die Kirche ist gekommen. Abwägende, aber auch hoffnungsvolle Worte dominieren die Diskussion über die Zukunft der Kirche Schweiz. Religionssoziologe Antonius Liedhegener setzt auf rasche Reformen. Annalena Müller warnt vor Hybris und Daniel Kosch spricht über «den weltweit tiefgreifendsten Reformprozess seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil».
Nach altem Brauch landet am 11. November ein Gänsebraten auf dem Esstisch. Die grosse Zeit dieser sogenannten Martingans mag vorbei sein. Doch die Aktualität der Geschichte hinter diesem Brauch macht nachdenklich. Ein Aufruf an die Bischöfe, persönliche Konsequenzen zu ziehen.
Die Bistümer der Schweiz haben sich am 12. September öffentlich verpflichtet, in Zukunft keine Missbrauchs-Akten mehr zu vernichten. Jetzt sagt eine Frau, dass im Bistum Lausanne Genf Freiburg (LGF) bis 2015 mutmasslich wichtige Akten aktiv zerstört worden seien: «In der Diskussion gibt Bischof Morerod mir gegenüber zu, dass er eine Kartonschachtel verbrannt hat, die voll war mit Denunziationen», sagt Anne-Laure Vieli.
Tobias Fontein hat als Vertreter des Bistums Basel an der Synode der Aargauer Landeskirche zur Missbrauchsstudie gesprochen. Dabei zeigte er auf, wie die katholische Kirche seit rund 20 Jahren Missbrauch bekämpft, und präsentierte die neuste Massnahme des Bistums. Seine Ansprache enthielt auch defensive Klarstellungen.
Ein Manifest bei Gipfeli und Kaffee: So formierte sich am Mittwochmorgen in aller Früh auf dem Franziskanerplatz in Luzern der Kirchenprotest für «eine offene und glaubwürdige Kirche». Dem Aufruf der katholischen Kirche der Stadt Luzern waren rund 250 Kirchenvertreterinnen und -vertreter sowie Gläubige gefolgt. Unmittelbar vor der Herbstsession der Synode wollten sie dem Parlament den Rücken für mutige Entscheidungen stärken.
Seit heute Morgen tagt die Synode der Landeskirche in Luzern. Sie steht ganz im Schatten der Missbrauchskrise der katholischen Kirche. Die nationale Missbrauchsstudie hat zu einer Rebellion von Kirchgemeinden im Kanton Luzern geführt. Protestierende Gläubige haben deshalb ein Spalier gebildet, das die Synodalen auf dem Weg zur Versammlung durchschreiten mussten.
Die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt hat sich in einem Offenen Brief an die Stadtbevölkerung gewandt und zur Missbrauchskrise Stellung bezogen. «Das Vertrauen ist in Schieflage geraten», sagt Kirchenratspräsident Christian Griss.
Die Verhandlungen laufen seit Wochen. Dem vatikanischen Sonderermittler Joseph Bonnemain soll ein externer Kompagnon zur Seite gestellt werden. «Es geht um die Glaubwürdigkeit der Kirche», meint Charles Martig. «Alles muss auf den Tisch: Je schneller und effizienter, desto besser.»
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