Die St. Galler Kollegiumssession war ein Erfolg. An dieser wurde am Dienstag bekannt gegeben, dass künftig eine vierköpfige Arbeitsgruppe weitere Massnahmen gegen den sexuellen Missbrauch klären, bündeln, koordinieren und überwachen soll. Diese soll aus je zwei Mitgliedern des katholischen Konfessionsteils und Bistums St. Gallen bestehen.
Der Verhaltenskodex soll «Herzstück» der Missbrauchsprävention im Bistum Chur sein. Doch nun hat der Churer Priesterkreis, rund 40 konservative Geistliche, sein Herz verweigert – und die Unterschrift unter den Kodex nicht geleistet. Bischof Joseph Maria Bonnemain toleriert die Entscheidung: Die Priester würden ja 98 Prozent der Verhaltensregeln akzeptieren.
Der Kanton Wallis hat den Chorherren Roland Jaquenoud von seiner Tätigkeit als Griechisch- und Lateinlehrer am Gymnasium suspendiert. Dies als Vorsichtsmassnahme, wie Jean-Philippe Lonfat, Vorsteher der kantonalen Dienststelle für Unterrichtswesen, ausführt. Gegen Jaquenoud sind am Sonntagabend Missbrauchsvorwürfe öffentlich bekannt geworden.
Die Genfer Rechtsanwältin Joëlle de Rham-Rudloff vertritt Missbrauchsopfer und Täter vor Gericht. Sie weiss, dass ein Strafverfahren für die Opfer eine grosse Belastung darstellt. Trotzdem findet sie es wichtig, Anzeige zu erstatten.
Im Umgang mit Missbrauch hatte Annette Kurschus besondere Sensibilität versprochen. Doch Recherchen einer Zeitung säten Zweifel an ihrem eigenen Handeln. Jetzt ist Annette Kurschus zurückgetreten als oberste Vertreterin der Protestanten.
Die Walliser Abtei Saint-Maurice reagiert auf die Missbrauchsvorwürfe, die gegen neun ihrer Chorherren in der Sendung «Mise au point» von RTS erhoben wurden. Das Kapitel werde am Dienstag darüber befinden, am Mittwoch sollen die Beschlüsse kommuniziert werden.
Das Westschweizer Fernsehen RTS hat einen Missbrauchsskandal in der Walliser Abtei Saint-Maurice enthüllt. Neun Chorherren wurden am Sonntag in der RTS-Sendung «Mise au point» des Missbrauchs oder der Pädokriminalität beschuldigt – unter ihnen der aktuelle Prior Roland Jaquenoud. Dieser vertritt Abt Jean Scarcella, der wegen Missbrauchsvorwürfen sein Amt vorläufig sistiert hat.
Es ist ein Schlag, der tief sitzt. Aus dem Kloster Saint-Maurice ist seit Sonntagabend bekannt, dass neun Priester in Fälle von sexuellen Übergriffen auf Minderjährige verstrickt sind. Einige von ihnen sind immer noch im Amt. «Die Recherche von RTS deckt nicht nur Einzelfälle auf, sondern ein ganzes System», sagt Charles Martig im Kommentar. «Das ist schockierend.»
Die Vertuschung von Missbrauch in der katholischen Kirche sei «weder akzeptabel noch verhandelbar», sagte der Papst bei einem Treffen mit Vertretern von Meldestellen. Der Papst appellierte ausserdem, sich gegen Kinderpornographie im Internet einzusetzen.
Der Papst hat der Schaffung eines nationalen Kirchenstraf- und Disziplinargerichts zugestimmt. Die Meldung, dass der Papst auch die Archive der Nuntiatur öffne, sei hingegen «nicht korrekt», sagt Felix Gmür im Interview mit kath.ch.
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