Rom im Jahr 1775. Die Päpste sind von der Gunst der katholischen Monarchen abhängig. Pius VI. will das ändern und das Papsttum zu alter Macht führen. Stattdessen verliert er alles – sogar den Kirchenstaat. Die Geschichte eines Endes, das auch ein Neuanfang war.
Er macht seinen Sohn zum Kardinal und lässt den Mann seiner Lieblingstochter ermorden. Wer dem Borgia-Papst Alexander VI. in die Quere kommt, findet oft ein unrühmliches Ende. Aber mit dem Tod Alexanders VI. fällt das Borgia-Imperium sofort in sich zusammen.
Er versorgt seine Familie mit einflussreichen Ämtern, erbaut die Sixtinische Kapelle und gibt vermutlich einen Mord in Auftrag: Sixtus IV. Aber er ist auch Theologe und treibt Kloster-Reformen voran. Sixtus IV. gilt als der erste Renaissance-Papst.
Er scheut Menschen und Macht. Trotzdem wird Coelestin V. 1294 zum Papst gewählt. Überfordert von den politischen Ränkespielen tritt Coelestin nach nur fünf Monaten zurück. Seinen Lebensabend verbringt er in Kerkerhaft. Erst 700 Jahre später wird mit Benedikt XVI. wieder ein Papst zurücktreten.
Er fordert die Mächtigen heraus, reformiert die Kirche und ruft zum «Heiligen Krieg»: Urban II. In den elf Jahren seines Pontifikats vertritt er das moralisch erneuerte Papsttum. Sein Aufruf zum Kreuzzug beschäftigt Generationen von Juristen und Theologen, die den Krieg im Nachhinein legitimieren müssen.
Der Papstthron ist im 11. Jahrhundert in den Händen des römischen Adels. Intrigen und Gewalt bestimmen die römische Politik. Mittendrin: Papst Benedikt IX. Er wird gleich zweimal Papst. Sein erstes Pontifikat endet mit Vertreibung. Sein zweites, weil er sein Amt verkauft.
Häscher wollen seinen Tod. Im Jahr 799 muss Papst Leo III. aus Rom fliehen. Schutz findet er in Paderborn. Dort residiert der Frankenkönig Karl. Mit ihm geht Leo eine Verbindung ein: Im Tausch gegen dessen Schutz, wird Leo III. ihn zum Kaiser krönen. Damit erhöht der Papst auch seine eigene Macht.
Rom steht am Abgrund als Gregor I. 590 Papst wird. Er reformiert die Wirtschaft, die Liturgie und Musik. Mit seinem rhetorischen und diplomatischen Geschick legt Gregor das Fundament für die politische Macht der mittelalterlichen Päpste.
Sie sind Kirchenoberhaupt, Theologen und Seelsorger: die Päpste der römisch-katholischen Kirche. Aber sie sind auch Menschen, deren Weltblick, Handlungen und Selbstverständnis vom Kontext ihrer Epoche geprägt ist. In einer Serie stellt kath.ch acht historische Päpste vor.