Fortschritte, Defizite, offene Fragen prägen die Debatte: Die Teilnehmer der letzten Vollversammlung des Synodalen Wegs blicken unterschiedlich unter anderem auf die Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche.
Die Spannung wächst vor der letzten Runde des Synodalen Wegs. Auch in Rom wird genau beobachtet, was und wie in Deutschland über Reformen in der Kirche gesprochen wird. Papst Leo XIV. scheint interessiert und informiert und setzt auf eine differenzierte Sicht der Dinge.
Sechs Jahre, fünf Vollversammlungen, mühsames Ringen: Der Synodale Weg zieht ab Donnerstag in Stuttgart drei Tage Bilanz. Der Blick gilt den Reformtexten sowie ihrer Umsetzung – und der künftigen Synodalkonferenz.
Nicht erst seit Bischof Bätzing seinen Rückzug von der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz angekündigt hat, wird in Rom über die mögliche Nachfolge spekuliert. Das vatikanische Anforderungsprofil gibt Papst Leo XIV. vor.
Überraschung: Die katholische Bischofskonferenz braucht einen neuen Vorsitzenden. Bischof Bätzing strebt keine zweite Amtszeit an. Bis Ende Februar wird jetzt ein Nachfolger gesucht.
Das deutsche Reformprojekt Synodaler Weg sorgt seit Jahren für Debatten mit Rom. Regelmässig finden Gespräche zwischen deutschen Bischöfen und römischer Kurie statt. Bei der «fliegenden Pressekonferenz» äusserte sich nun Papst Leo XIV. zu dem Thema.
Unter der Leitung von Kardinal Ladislav Német wurde eine synodale Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Arbeit des Europäischen Synodalteams koordiniert. Helena Jeppesen-Spuhler ist Teil davon. Sie weiss schon, welche Schwerpunkte sie setzen will.
«Wer ein geistliches Leben führt, ist progressiv, wenn es sein muss, und konservativ, wenn es sein muss», sagt der Dogmatiker Bertram Stubenrauch. Wahre Reform wisse, dass es bei der Erneuerung der Kirche um ein Erbe gehe. Der Konzilstheologe Henri de Lubac kann dabei zum Vorbild werden, so Stubenrauch.
Keine liturgischen Segnungen für queere Paare: Das Erzbistum Köln wird die Handreichung «Segnungen für Paare, die sich lieben» nicht anwenden – und verweist auf römische Vorgaben. Das gefällt nicht jedem.
Das Lehramt hat in den vergangenen Jahrzehnten den «klerikalen Anspruch» so überdehnt, dass die kirchliche Autorität vor einem Zerfall steht, sagt der Dogmatiker Wolfgang Beinert. Will die Kirche überleben, muss sie «zeitgemäss» handeln. Dennoch hat die Kirche gute Chance wieder zu «blühen».
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