Die Machtstrukturen und die Entscheidungsstrukturen in der Kirche müssen angesichts des Missbrauchsskandals besser angeschaut werden, sagt der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür. Er vertrat die Schweiz an der Anti-Missbrauchsgipfel in Rom, die bis Sonntag dauerte.
Einen umfassenden Kampf gegen sexuellen Missbrauch hat der Papst zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels in Rom gefordert. kath.ch dokumentiert die Rede in Auszügen.
Papst Franziskus hat sich beeindruckt vom Vortrag der Kirchenrechtlerin Linda Ghisoni beim Kinderschutzgipfel gezeigt. Diese hatte am Freitag einen Vorschlag für mehr Rechenschaftspflicht von Bischöfen und Ordensoberen und einer Einbindung von Laien bei der Aufsicht darüber gemacht.
Mit einem Bussgottesdienst haben Papst, Bischöfe und Ordensobere ihr weltweites Krisentreffen zum Missbrauch in der Kirche am Samstagabend beendet.
«Transparenz» war das Thema am Samstag im Vatikan, dem dritten Tag des Anti-Missbrauchsgipfels. Die Kirche müsse sich zudem reformieren, wurde gefordert.
Die Einrichtung kirchlicher Verwaltungsgerichte hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gefordert. Im geltenden Kirchenrecht haben lediglich Priester und Bischöfe die Möglichkeit, gegen kirchliche Verwaltungsakte Widerspruch einzulegen.
Betroffenheit und Scham dominierten zu Beginn des weltweiten Anti-Misbrauchsgipfels in Rom. Doch es gibt auch praktische Reformvorschläge.
Bei einer Mahnwache vor der Engelsburg in Rom haben Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht, unter ihnen auch der Schweizer Jean-Marie Fürbringer.
Nach dem Start des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan haben deutsche Bischöfe mehr Machtkontrolle, eine Kirchengerichtsbarkeit und klare Selbstverpflichtungen zur Aufklärung von Straftaten gefordert.
Der Vatikan will in naher Zukunft über die Zahl aller Geistlichen informieren, die wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen kirchenrechtlich bestraft wurden.
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