Beichtstuhl in der Kirche St. Maria, Biel | © Klaus Petrus
Vatikan
Beichtstuhl in der Kirche St. Maria, Biel | © Klaus Petrus

Vatikanzeitung bezeichnet TV-Doku zu Missbrauch als oberflächlich

Rom, 16.3.19 (kath.ch) Die vatikanische Zeitung «Osservatore Romano» befasst sich in ihrer Samstagsausgabe mit der Arte-Dokumenation zu sexuellem Missbrauch von Ordensschwestern. Der Sendung fehle es an Vertiefung.

Die Anfang März vom deutsch-französischen Fernsehsender gezeigte Dokumentarfilm «Gottes missbrauchte Dienerinnen» sei an einigen Stellen oberflächlich und unterstreiche «erwartbare Aussagen, ohne die Gedankengänge zu vertiefen», schreibt die beim Fernsehsender der Italienischen Bischofskonferenz «TV2000» tätige Journalistin Monica Monda.

Gebeichtet ist nicht vergeben

Sie kritisiert, es heisse in der Dokumentation, im katholischen Rechtssystem gelte das Motto, gebeichtete Sünden seien vergebene Sünden. «So ist es nicht und so darf es nicht sein», schreibt die TV-Moderatorin.

Sie erinnert an die Stellungnahmen von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) und Papst Franziskus in Fällen erwiesener Schuld bei sexuellem Missbrauch durch Kleriker. Es brauche menschliche Gerechtigkeit, Anerkennung und Begleitung der Opfer. Egal, ob es sich um Kinder oder Frauen handele.

Ein einziger Skandal

Von einem «weitereren Skandal» in der Kirche zu reden, wie etwa in der Beschreibung zu der Dokumentation, ist aus Mondas Sicht daher unangebracht: «Der Skandal ist ein einziger: Der Missbrauch von Macht, Übel, das Böse, also Sünde.»

Die katholische Journalistin fordert, Berufungen zum Ordensleben gut zu begleiten; Männer wie Frauen müssten sich dabei auch «frei und ausgewogen» mit dem Thema Sexualität auseinandersetzen.

Im Zentrum der Arte-Dokumentation steht der 2006 gestorbene Dominikaner und Gründer der Frauengemeinschaft «Congregation Saint-Jean», Marie-Dominique Philippe. Der ehemalige Theologieprofessor an der Universität Freiburg soll über mehrere Jahre Ordensfrauen missbraucht haben. (kna)

Der Film «Gottes missbrauchte Dienerinnen» wird am Sonntag, 17. März, um 10 Uhr auf Schweizer Fernsehen SRF 1 in der Sendung «Sternstunde Religion» gezeigt.


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