Die Debatte um Missbrauch in der Kirche wird sich auch auf das kirchliche Strafrecht auswirken. Das Kirchenrecht habe sich in letzter Zeit stark verändert, sagt der Experte. Gefragt seien aber auch konkrete Ausführungsbestimmungen.
An der vielbeachteten Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan sind viele Worte gefallen. Für die beiden Sachverständigen zum Thema Missbrauch der Schweizer Bischofskonferenz, Toni Brühlmann und Joseph Bonnemain, bleibt aber noch zu vieles vage. In ihrem nach eigener Aussage verfrühten Kommentar listen sie auf, was noch getan werden muss.
Nach dem 24. Februar kann keiner in der katholischen Kirche mehr behaupten, Missbrauch gehe ihn nichts an. Das wesentliche Ergebnis des Gipfeltreffens ist vielen viel zu wenig. Geplante Massnahmen müssen sich erweisen.
Der Aufruf von Papst Franziskus zum «Mentalitätswechsel» genügt nicht, schreibt Charles Martig in seinem Kommentar. Jetzt braucht es weltweit griffige Massnahmen, um die Null-Toleranz zu verwirklichen.
Papst Franziskus hat die Kirche zum kompromisslosen Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen aufgerufen: «Kein Missbrauch darf jemals mehr vertuscht werden, wie dies in der Vergangenheit üblich war.»
Zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels hat der Vatikan weitere konkrete Massnahmen bekanntgegeben. So soll es in Kürze einen Papst-Erlass «zum Schutz von Minderjährigen und schutzbefohlenen Personen» geben.
Die Machtstrukturen und die Entscheidungsstrukturen in der Kirche müssen angesichts des Missbrauchsskandals besser angeschaut werden, sagt der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür. Er vertrat die Schweiz an der Anti-Missbrauchsgipfel in Rom, die bis Sonntag dauerte.
Einen umfassenden Kampf gegen sexuellen Missbrauch hat der Papst zum Abschluss des Anti-Missbrauchsgipfels in Rom gefordert. kath.ch dokumentiert die Rede in Auszügen.
Papst Franziskus hat sich beeindruckt vom Vortrag der Kirchenrechtlerin Linda Ghisoni beim Kinderschutzgipfel gezeigt. Diese hatte am Freitag einen Vorschlag für mehr Rechenschaftspflicht von Bischöfen und Ordensoberen und einer Einbindung von Laien bei der Aufsicht darüber gemacht.
Mit einem Bussgottesdienst haben Papst, Bischöfe und Ordensobere ihr weltweites Krisentreffen zum Missbrauch in der Kirche am Samstagabend beendet.
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