Der Apostolische Administrator der Abtei Saint-Maurice, Jean-Michel Girard, widerspricht der Aussage des Sittener Generalvikars Pierre-Yves Maillard. Den Entscheid, Gilles Roduit nach Missbrauchsvorwürfen wieder als Pfarrer von Saint-Maurice einzusetzen, habe nicht die Abtei allein gefällt, sondern sie und das Bistum Sitten gemeinsam.
Die Kantonalkirchen von St. Gallen, Zürich und Thurgau haben bisher keine Geldreserven für allfällige Zusatzkosten im Bereich Missbrauch bereit gestellt. An den Kosten beteiligen sie sich dennoch – über den Pool der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ). Die Luzerner Kirche legt bekanntlich 300'000 Franken beiseite.
Der Generalvikar des Bistums Sitten, Pierre-Yves Maillard, äussert sich zur Wiedereinsetzung des Chorherrn Gilles Roduit als Pfarrer von Saint-Maurice: Die Verantwortung dafür liege zuerst bei der Abtei selbst. Das stösst der Opfervertreterin Sylvie Perrinjaquet sauer auf.
Erst seit zwei Monaten steht Erzbischof Tadeusz Wojda der Polnischen Bischofskonferenz vor. Nun holen ihn alte Vorwürfe ein, er habe falsch auf Missbrauchsfälle reagiert. Sein Erzbistum nimmt Wojda in Schutz.
Die Luzerner Landeskirche legt einen Teil ihres Gewinns als Reserven auf einem Konto an. Sie will gewappnet sein für allfällige Kosten zur Aufarbeitung und Bewältigung von Missbrauch in der Kirche. Und ein Zeichen gegen innen und aussen setzen.
«Geht’s noch?», dachte die Präsidentin der IG Missbrauch Kirche, als sie das Neueste zum Fall des Chorherrn Gilles Roduit erfuhr. Bischof Jean-Marie Lovey hat Roduit – nach dessen Hungerstreik – wieder als Pfarrer von Saint-Maurice eingesetzt, trotz erneuten Missbrauchsvorwürfen im letzten November.
Missbrauch gibt es wohl überall in der Kirche – aber nicht überall kann gleich darüber gesprochen werden, sagt der Jesuit und Kinderschutzexperte Hans Zollner. Doch auch den Umgang damit hierzulande sieht er kritisch.
Die Opferorganisation Sapec ist enttäuscht, dass der Walliser Chorherr Gilles Roduit mit einem Hungerstreik erreicht, was er wollte: Er darf wieder Pfarrer von Saint-Maurice sein. Dabei seien die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn nicht geklärt, findet die Sapec.
Eine bayerische Gemeinde benennt eine Strasse um. Denn die Georg-Zimmermann-Strasse ehrt einen Geistlichen, der wegen Missbrauchs an Kindern verurteilt worden war. Angestossen hat die Umbenennung der Betroffenenbeirat der Diözese Regensburg. Doch im Ort gehen die Vorbehalte weiter.
Jesuit Felipe Berrios zählt in Chile zu den bekanntesten Gesichtern seines Ordens und gründete zahlreiche NGOs. Der linksgerichtete Präsident Gabriel Boric hatte ihm sogar eine Mitarbeit in der Regierung angeboten.
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