Ein Priester missbrauchte jahrelang Kinder, denen er angeblich gratis Klavierstunden gab. Ein anderer verging sich an einem Internatsschüler. Darüber berichten zwei betroffene Frauen und ein Mann in einer RSI-Sendung zu Missbrauch in der Kirche. Die Fälle und der Umgang damit ähneln jenen von anderswo. Nur: Im Bistum Lugano wurden Dokumente absichtlich und gezielt zerstört.
Die Schweizer Bischöfe haben einiges beschlossen an den drei Tagen im Kloster Einsiedeln diese Woche, gerade zum Thema Missbrauch. Der erste Austausch mit den Betroffenenorganisationen stand im Zentrum. Bekannt wurde auch: Der Antrag für ein nationales kirchliches Strafgericht wurde nach Rom geschickt.
Unter anderem wegen Kindesmissbrauchs ist ein einstiger Mitarbeiter der Augsburger Domsingknaben zu fast zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Chor reagiert zurückhaltend.
Die Journalistin Francesca Luvini (55) hat mit Opfern, mit Kirchenvertretern, aber auch mit Bürgerinnen und Bürgern gesprochen – um mehr herauszufinden über sexuellen Missbrauch durch Kleriker und den Umgang damit im Tessin. Nicht äussern wollte sich der emeritierte Bischof Pier Giacomo Grampa, was Luvini sehr bedauert. Am Donnerstagabend erscheint das Resultat ihrer Recherchen im Tessiner Fernsehen RSI.
Wie bei Dominosteinen geht es derzeit bei kalifornischen Bistümern zu: Eins nach dem anderen zieht nach einer neuen Klagewelle die Notbremse und geht ins Insolvenzverfahren. Der neueste Fall: Fresno an der Sierra Nevada.
Missbrauch und dessen Vertuschung sind mitverursacht von missbrauchs- und vertuschungsbegünstigenden Faktoren in der Struktur und Kultur der Katholischen Kirche. Dieser Aspekt fehle im Massnahmenkatalog, schreibt Mentari Baumann, Geschäftsführerin Allianz Gleichwürdig Katholisch, in einem Kommentar.
Bei einem Mediengespräch haben Spitzenvertreter der Schweizer Kirche einen Zwischenstand zur Umsetzung von Massnahmen gegen Missbrauch präsentiert. Das föderalistische System der Schweiz ist dabei ein Bremsklotz. Zudem: Nicht jedes Bistum zieht mit.
Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirchen sollen künftig überall in der Schweiz gleich behandelt werden. Heute stellen die drei nationalen kirchlichen Organisationen SBK, RKZ und KOVOS die Massnahmen dafür vor.
Am kommenden Montag will die katholische Kirche über erste Massnahmen informieren, mit denen sie systemische Defizite angehen, die Missbrauchsfälle begünstigt haben. Eine davon hat «Blick» bereits heute publik gemacht: schweizweit einheitliche Eignungsprüfungen für alle Kirchenmitarbeitenden – nicht nur Priester wie bisher.
Die Firmanden der Seelsorgeregion Saint-Maurice müssen sich bis 15. Juni für die Firmung anmelden. Und zwar schriftlich zuhanden von Abt Jean Scarcella, gegen den eine Untersuchung wegen sexuellen Missbrauchs und Vertuschung läuft. Die Eltern reagierten schockiert. Abteiverwalter Girard stellt klar.
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