«Geht’s noch?», dachte die Präsidentin der IG Missbrauch Kirche, als sie das Neueste zum Fall des Chorherrn Gilles Roduit erfuhr. Bischof Jean-Marie Lovey hat Roduit – nach dessen Hungerstreik – wieder als Pfarrer von Saint-Maurice eingesetzt, trotz erneuten Missbrauchsvorwürfen im letzten November.
Missbrauch gibt es wohl überall in der Kirche – aber nicht überall kann gleich darüber gesprochen werden, sagt der Jesuit und Kinderschutzexperte Hans Zollner. Doch auch den Umgang damit hierzulande sieht er kritisch.
Die Opferorganisation Sapec ist enttäuscht, dass der Walliser Chorherr Gilles Roduit mit einem Hungerstreik erreicht, was er wollte: Er darf wieder Pfarrer von Saint-Maurice sein. Dabei seien die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn nicht geklärt, findet die Sapec.
Eine bayerische Gemeinde benennt eine Strasse um. Denn die Georg-Zimmermann-Strasse ehrt einen Geistlichen, der wegen Missbrauchs an Kindern verurteilt worden war. Angestossen hat die Umbenennung der Betroffenenbeirat der Diözese Regensburg. Doch im Ort gehen die Vorbehalte weiter.
Jesuit Felipe Berrios zählt in Chile zu den bekanntesten Gesichtern seines Ordens und gründete zahlreiche NGOs. Der linksgerichtete Präsident Gabriel Boric hatte ihm sogar eine Mitarbeit in der Regierung angeboten.
An der Verleihung des Kabarettpreises «Salzburger Stier» in Olten sprach am Freitag auch Patti Basler als ehemalige Gewinnerin. Sie machte sich in ihrem satirischen Beitrag über den Katholizismus lustig und sparte vom Missbrauch über die Jungfrauengeburt Marias nichts aus.
Der 2022 verstorbene Priester Edmund Dillinger aus dem Bistum Trier steht im Verdacht, jahrzehntelang Jugendliche und junge Erwachsene nackt fotografiert und missbraucht zu haben. Nun legen die beiden zuständigen Sonderermittler ihre umfangreichen Ergebnisse vor.
Hinter den Kulissen wurde monatelang über eine gemeinsame Studie verhandelt. Nun gehen die Reformierten alleine voran. Der Grund: Wegen des Anstiegs der Missbrauchsmeldungen und Genugtuungsleistungen fehlte den Katholiken das Geld.
Der Jesuit und Kinderschutzexperte Hans Zollner sprach in Wien vor Mitgliedern der unabhängigen österreichischen Opferschutzanwaltschaft zum Missbrauch in der Kirche. «Es fehlt immer noch der Mut in der katholischen Kirche, entsprechende Schritte zur Aufarbeitung zu unternehmen», sagte er.
Der Rat der Evangelisch-Reformierten Kirche plant eine grossangelegte Umfrage zu sexuellem Missbrauch in der Schweiz. Die Dunkelfeldstudie soll mehr Fälle ans Licht bringen, als Akten dokumentiert haben. Es wurde über eine gemeinsame Umfrage mit der katholischen Kirche nachgedacht.
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