Missbrauch und dessen Vertuschung sind mitverursacht von missbrauchs- und vertuschungsbegünstigenden Faktoren in der Struktur und Kultur der Katholischen Kirche. Dieser Aspekt fehle im Massnahmenkatalog, schreibt Mentari Baumann, Geschäftsführerin Allianz Gleichwürdig Katholisch, in einem Kommentar.
Bei einem Mediengespräch haben Spitzenvertreter der Schweizer Kirche einen Zwischenstand zur Umsetzung von Massnahmen gegen Missbrauch präsentiert. Das föderalistische System der Schweiz ist dabei ein Bremsklotz. Zudem: Nicht jedes Bistum zieht mit.
Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirchen sollen künftig überall in der Schweiz gleich behandelt werden. Heute stellen die drei nationalen kirchlichen Organisationen SBK, RKZ und KOVOS die Massnahmen dafür vor.
Am kommenden Montag will die katholische Kirche über erste Massnahmen informieren, mit denen sie systemische Defizite angehen, die Missbrauchsfälle begünstigt haben. Eine davon hat «Blick» bereits heute publik gemacht: schweizweit einheitliche Eignungsprüfungen für alle Kirchenmitarbeitenden – nicht nur Priester wie bisher.
Die Firmanden der Seelsorgeregion Saint-Maurice müssen sich bis 15. Juni für die Firmung anmelden. Und zwar schriftlich zuhanden von Abt Jean Scarcella, gegen den eine Untersuchung wegen sexuellen Missbrauchs und Vertuschung läuft. Die Eltern reagierten schockiert. Abteiverwalter Girard stellt klar.
Der Apostolische Administrator der Abtei Saint-Maurice, Jean-Michel Girard, widerspricht der Aussage des Sittener Generalvikars Pierre-Yves Maillard. Den Entscheid, Gilles Roduit nach Missbrauchsvorwürfen wieder als Pfarrer von Saint-Maurice einzusetzen, habe nicht die Abtei allein gefällt, sondern sie und das Bistum Sitten gemeinsam.
Die Kantonalkirchen von St. Gallen, Zürich und Thurgau haben bisher keine Geldreserven für allfällige Zusatzkosten im Bereich Missbrauch bereit gestellt. An den Kosten beteiligen sie sich dennoch – über den Pool der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ). Die Luzerner Kirche legt bekanntlich 300'000 Franken beiseite.
Der Generalvikar des Bistums Sitten, Pierre-Yves Maillard, äussert sich zur Wiedereinsetzung des Chorherrn Gilles Roduit als Pfarrer von Saint-Maurice: Die Verantwortung dafür liege zuerst bei der Abtei selbst. Das stösst der Opfervertreterin Sylvie Perrinjaquet sauer auf.
Erst seit zwei Monaten steht Erzbischof Tadeusz Wojda der Polnischen Bischofskonferenz vor. Nun holen ihn alte Vorwürfe ein, er habe falsch auf Missbrauchsfälle reagiert. Sein Erzbistum nimmt Wojda in Schutz.
Die Luzerner Landeskirche legt einen Teil ihres Gewinns als Reserven auf einem Konto an. Sie will gewappnet sein für allfällige Kosten zur Aufarbeitung und Bewältigung von Missbrauch in der Kirche. Und ein Zeichen gegen innen und aussen setzen.
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