Mitte Juli sorgten Missbrauchsvorwürfe gegen den populären Ordensmann Abbé Pierre über Frankreich hinaus für Entsetzen. Der Armenpriester beging offenbar auch in der Schweiz sexuelle Übergriffe, er verging sich 1988 an einer Journalistin in Genf.
Der Bischof von Basel, Felix Gmür, erklärt, was die Begegnung mit Missbrauchsbetroffenen auslöst. Ihnen zuzuhören nehme sehr mit. Das habe er in der Bischofskonferenz und im Bischofsrat miterlebt.
Der französische Politologe und Soziologe Josselin Tricou hätte sich für die Schweiz eine ähnlich umfassende Missbrauchsstudie wie in Frankreich gewünscht. Womöglich wollten die Bischöfe keinen Schock erleben, meint der Forscher an der Uni Lausanne.
Papst Franziskus den französischen Priester Abbé Pierre (1912 – 2007) klar kritisiert – obwohl dieser auch «viel Gutes» getan habe. Dies bei der Pressekonferenz auf dem Rückflug nach Rom.
Der Nationalrat hat am Mittwoch mehrere Vorstösse betreffend Missbrauch angenommen. Diese fordern ein standardisiertes und verbindliches Schutzkonzept für Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Kritische Stimmen sehen darin ein Manöver, das auf die katholische Kirche abzielt.
Die Vorwürfe gegen den französischen Armenpriester Abbé Pierre wiegen schwer: sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Minderjährige. Nun öffnet die Kirche vorzeitig ihre Archive, um den Anschuldigungen gegen die einstige nationale Ikone auf den Grund zu gehen.
Katholische Bischöfe gehen laut Kirchenrecht mit 75 Jahren in den Ruhestand. Der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz hört nun schon mit 69 auf. Seinen Umgang mit Missbrauchsfällen hatten Betroffene kritisiert.
Bischof Joseph Maria Bonnemain ist seit mehr als 20 Jahren engagiert gegen Missbrauch in der katholischen Kirche – im Rahmen der Schweizer Bischofskonferenz. Nun fragt sich der Bischof von Chur, wie es so weit kommen konnte – und sät Hoffnung.
Kardinal Rainer Maria Woelki erreicht eine runde Wegmarke – seinen zehnten Jahrestag als Erzbischof von Köln. Doch über sein Jubiläum haben sich einige Schatten gelegt. Nicht nur, dass der Karneval ihn durch den Kakao gezogen hat.
Im Bistum Lugano könnte mit der Publikation der Missbrauchs-Pilotstudie eine Wende passiert sein. Erstmals gibt es etwas mehr Meldungen zu mutmasslichen Übergriffen – was bedeutet, dass nun mehr Betroffene diesen Schritt wagen. Im Bereich Prävention wurde vor allem die Laienorganisation «Azione cattolica» aktiv. Ein Beitrag zur Serie «Ein Jahr nach der Missbrauchs-Pilotstudie».
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