Die Synode der Römisch-Katholischen Kirche in Basel-Stadt
Schweiz

Basler Synode sagt wieder Ja zur Seelsorge für Sexarbeiterinnen

Das Kirchenparlament der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt stimmte einer Vertragsverlängerung der Seelsorge im Rotlichtmilieu für weitere drei Jahre mit grossem Mehr zu. Auch Massnahmen zur Bekämpfung des Missbrauchs ein Jahr nach der Pilotstudie waren ein Thema bei der Synode. 

29 stimmberechtigte Synodale aus acht Pfarrei-Fraktionen waren eingeladen zur ordentlichen Sitzung der 174. Synode der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) Basel-Stadt.

Das Kirchenparlament sprach sich klar für eine Vertragsverlängerung mit der Seelsorge im Tabubereich (SiTa) um weitere drei Jahre aus, wie es in einer Medienmitteilung der Römisch-Katholischen Kirche in Basel-Stadt heisst.

Auch das Gespräch mit Freiern wird gesucht

Die SiTa begleitet Sexarbeiterinnen. Seit Juli sucht sie in einem Pilotprojekt auch das Gespräch mit Freiern. Die Theologin Susanne-Andrea Birke hat dafür ein 40-Prozent-Pensum. Bei ihrer aufsuchenden Arbeit wird sie durch eine freiwillige Person unterstützt.

Monstranz in der Kirche St. Clara
Monstranz in der Kirche St. Clara

Die Römisch-Katholische Kirche in Basel-Stadt und die Römisch-Katholische Landeskirche (RKLK) Basel-Landschaft führen diese Seelsorge für Sexarbeiterinnen seit dem 1. Januar 2022 gemeinsam als Fachbereich. Der aktuelle Vertrag läuft per 31. Dezember aus.

48’000 Franken von 2025 bis 2027

Die Synode der RKLK fällte den Entscheid zugunsten einer Vertragsverlängerung bereits im Juni. Nach dem Entscheid der Synode in Basel-Stadt steht fest: Die RKK und die RKLK unterstützen die SiTa von 2025 bis 2027 je hälftig mit 48’000 Franken im Jahr.

Die RKK Basel-Stadt mietet die Räume im Erdgeschoss des Pfarreizentrums «L’Esprit» an der Laufenstrasse 44–46 in Basel, mit der Genossenschaft der Pfarrei Heiliggeist (GPH) als Grundeigentümerin. Auch der Innenhof und ein Saal mit Garderoben und Jugendräumen im Untergeschoss können mitbenutzt werden. 

Pfarreizentrum Heiliggeist Basel, Innenhof
Pfarreizentrum Heiliggeist Basel, Innenhof

Nach angeregter Diskussion genehmigten die Synodalen mit absolutem Mehr den Mietvertrag der RKK mit der GPH rückwirkend ab 1. Januar 2024 mit der Auflage, dass eine im Vertrag inkorrekte Zahl berichtigt wird. Der Mietvertrag basiert auf einer Vereinbarung zwischen Heiliggeist und der RKK. 

Massnahmen gegen sexuellen Missbrauch

Der Kirchenrat berichtet seit der Pilotstudie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vor einem Jahr an der Synode regelmässig über die Entwicklung der Massnahmen der römisch-katholischen Kirche. An der Synode informierte Kirchenratspräsident Christian Griss über den Stand der Dinge in Bezug auf Aufarbeitung, Prävention und Intervention im nationalen Kontext. 

Ein übergriffiger Kleriker: Plakat einer Basler Schnitzelbank.
Ein übergriffiger Kleriker: Plakat einer Basler Schnitzelbank.

Diese Arbeit wird koordiniert und gesteuert von der Arbeitsgruppe (AG) «Missbrauch im kirchlichen Kontext», einem Zusammenschluss der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK), der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) und der Konferenz der Ordensgemeinschaften und anderer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz (KOVOS). 

Zusammenarbeit mit Opferberatungsstellen aufgegleist

So ist inzwischen die Zusammenarbeit mit den kantonalen Opferberatungsstellen sowie deren kirchenspezifische Unterstützung aufgegleist.

Zu den weiteren geplanten Massnahmen, die sukzessive eingeführt werden, gehören unter anderem Standards bei Personaldossiers, psychologische Abklärungen für Personen, die in den kirchlichen, insbesondere seelsorgerlichen Dienst treten wollen oder diesen Dienst bereits tun, sowie der datenschutzkonforme Umgang mit Missbrauchsakten. Die RKK Basel-Stadt selbst engagiert sich schwerpunktmässig in der Sensibilisierungsarbeit und Prävention.

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So bietet der Jesuit Martin Föhn, Präventionsbeauftragter der RKK, gemeinsam mit Anouk Battefeld, der Verantwortlichen für Diakonie bei der RKK, seit einem Jahr auch regelmässig Workshops an für Freiwillige zum gekonnten Umgang mit Nähe und Distanz. Die nächsten Präventions-Workshops der katholischen Basler Kirche finden am 15. Oktober und 6. November statt. (woz)


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25. September 2024 | 16:00
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