Bischof Felix Gmür prüft derzeit, ob in seinem Bischofssitz in Solothurn Flüchtlinge aufgenommen werden könnten. Die Reaktionen von Medien auf diese Ankündigung zeigen, dass es nicht oft vorkommt, dass ein Bischof seine Tür für Flüchtlinge öffnet.
Die Kirche muss in der Flüchtlingsfrage mehr Haltung zeigen, fordert Charles Maritg, Direktor Katholisches Medienzentrum. Er unterstützt damit die Migrationscharta, die diese Woche von 100 Theologinnen und Theologen veröffentlicht wurde.
Die katholische Kirche engagiere sich auf allen Ebenen für Asylbewerber und Migranten. Dies antworten die Schweizer Bischofskonferenz und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz auf die Kritik, die diese Woche in Form einer Migratinscharta geäussert wurde.
«Als Kirche kommt man nicht darum, sich zur Migrationsfrage zu äussern», sagt Andreas Nufer gegenüber kath.ch. Der reformierte Pfarrer ist einer von über 100 Theologen, die am Mittwoch ein Manifest zur Flüchtlingsfrage lanciert haben. Darin fordern die Theologen eine neue Migrationspolitik für die Schweiz.
Der Vatikan ruft die Katholiken in Europa dazu auf, mit Aktionen auf die «dramatische Situation» von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Bistümer und Pfarreien müssten dazu beitragen, dass die Einwohner in den Zielländern von Migranten und Schutzsuchenden nicht in Gleichgültigkeit, betäubende Gewohnheit und Zynismus verfielen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag, 20. August.
Auf dem Mittelmeer sind seit Freitag 5000 Bootsflüchtlinge gerettet worden. So lautet die Bilanz der jüngsten Rettungsaktionen von Frontex. Die Migranten werden nun in die Häfen verschiedener italienischer Städte gebracht.
Im Norden Malaysias sind Massengräber mit den sterblichen Überresten von mehr als 100 Rohingya-Flüchtlingen aus Myanmar entdeckt worden. Muslimische Rohingya im buddhistischen Myanmar zählen laut den Vereinten Nationen zu den am stärksten verfolgten Minderheiten.
«Alleine in der Schweiz leben wohl mindestens 80'000 irreguläre Ausländer, von denen die allermeisten arbeiten. Jemand gibt ihnen Arbeit und profitiert selber davon. Wollte man die Prohibition durchsetzen, so müssten diese mindestens 80'000 Personen von der Polizei gesucht, eingesperrt und ausgeschafft und ihre Arbeitgeber bestraft werden – und das konstant, während längerer Dauer, damit Arbeitgeber nicht einfach auf neue irreguläre Arbeitskräfte ausweichen.»
Das EU-Parlament hat sich am Mittwoch für eine Flüchtlingsquote für alle EU-Länder ausgesprochen. Abgelehnte Asylbewerber sollen in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.
Die Ergebnisse des EU-Flüchtlingsgipfels stossen mehrheitlich auf Kritik. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Ende der Beratungen betonte, dass «unser Hauptpunkt war, erst einmal Menschenleben zu retten», sprach die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, von einem denkbar mageren Ergebnis.
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