Requiem in Rom für Benedikt XVI.: «Vater, in deine Hände übergeben wir seinen Geist», sagt Papst Franziskus. kath.ch veröffentlicht die Predigt in voller Länge.
Dem verstorbenen Benedikt XVI. ist an diesem Mittwoch bei der Sargschliessung eine offizielle lateinische Pontifikats-Urkunde mit in den Sarg gelegt worden. kath.ch publiziert den Text dieses sogenannten «Rogitum» in einer Arbeitsübersetzung von Radio Vatikan.
Wenn ein Papst zu Grabe getragen wird, ist das einer der feierlichsten Momente im Leben der katholischen Weltkirche. Das gilt mit wenigen Abstrichen auch für das Begräbnis des ehemaligen Pontifex Benedikt XVI.
Spanien schickt Königin Sofia, Belgien das Königspaar. Manche Länder schicken ihre Staatsoberhäupter. Die Schweiz ist mit Botschafter Denis Knobel vertreten, Liechtenstein mit Botschafter Prinz Stefan. Die trauernden Grimaldis lassen sich von ihrem Botschafter vertreten.
Die Agonie von Benedikt XVI. hat weniger als eine Stunde gedauert. Das sagt Erzbischof Georg Gänswein. Seine letzten Worte hat der sterbende Papst laut seinem Privatsekretär um drei Uhr morgens gesprochen.
Der Priester Paul Martone (61) ist nach Rom gereist, um sich vom aufgebahrten Benedikt XVI. zu verabschieden. Er betete das Gebet zu Ehren der heiligen fünf Wunden. Ein Gespräch über das Oberwalliser Ritual – und warum Kardinal Schwery Joseph Ratzinger und nicht den Mailänder Kardinal Martini zum Papst gewählt hat.
Die Sterbeforscherin Monika Renz hält es für möglich, dass «Herr, ich liebe dich» nicht Benedikts letzte Worte waren. Wahrscheinlich habe er noch Wortbrocken gestammelt – oder nonverbal zum Ausdruck gebracht. Der aufgebahrte Leichnam entspreche nicht dem Zustand, wie Benedikt gestorben sei.
Benedikts Amtszeit wird bedeutender sein als die seines Nachfolgers Franziskus. Das sagt der Historiker Volker Reinhardt, der an der Universität Freiburg (Schweiz) lehrt. Reinhardt weist auf die konsequente Haltung von Benedikt XVI. hin. «Einen allgemeinen Beifall darf kein Papst bekommen.»
Der Kirchenhistoriker Albert Gasser (84) hätte sich im Streit mit Wolfgang Haas Rückhalt von Kardinal Joseph Ratzinger gewünscht. Auch als Papst Benedikt XVI. habe Ratzinger einige «bedenkliche» Entscheidungen getroffen. Besonders anstössig findet Gasser, dass Ratzinger Teile seines Frühwerks umgeschrieben habe: «Das grenzt an Literaturfälschung.»
«Wer glaubt, ist nie allein!» Mit diesen Worten erinnert Papst Franziskus an seinen verstorbenen Vorgänger. Er lobte an der Generalaudienz von Mittwoch auch das Denken von Benedikt XVI., das «uns immer zur Begegnung mit Christus führen wollte».
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