Erzbischof Georg Gänswein (l.), Präfekt des Päpstlichen Hauses, küsst die Hand des aufgebahrten Leichnams von Benedikt XVI.
Vatikan

Gänswein: Neue Details zu den letzten Stunden von Benedikt XVI.

Die Agonie von Benedikt XVI. hat weniger als eine Stunde gedauert. Das sagt Erzbischof Georg Gänswein. Seine letzten Worte hat der sterbende Papst laut seinem Privatsekretär um drei Uhr morgens gesprochen.

Neue Einzelheiten über die letzten Tage im Leben von Benedikt XVI. hat dessen langjähriger Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, berichtet. Das Interview, das er am Mittwoch der deutschsprachigen Abteilung von Vatican News/Radio Vatikan gab, wurde am Mittwochnachmittag veröffentlicht.

Nach seinen eigenen Worten flog Gänswein am 26. Dezember zu seiner Familie nach Deutschland, Benedikt sei es an diesem Tag noch gut gegangen. In der Nacht zum 27. sei es Benedikt aber dann «miserabel» gegangen, so dass Gänswein noch am 27. zurückflog. Er habe den emeritierten Papst «ganz schwer atmend» vorgefunden, sein Leibarzt Patrizio Polisca sei bei ihm gewesen.

Gänswein spendete Krankensalbung und Kommunion

An den folgenden Tagen habe sich der Zustand erst verbessert, dann wieder verschlechtert. Deshalb habe er ihm die Krankensalbung und die Kommunion in Gestalt von etwas Wein gespendet. Benedikt habe zu diesem Zeitpunkt bereits seit zwei Tagen nichts mehr gegessen.

Georg Gänswein (l.) trauert im Petersdom um Benedikt XVI.
Georg Gänswein (l.) trauert im Petersdom um Benedikt XVI.

Die letzten Worte um drei Uhr morgens

In der letzten Nacht, vom 30. auf den 31. Dezember, sei zunächst nur ein Pfleger präsent gewesen. Dieser habe die letzten Worte, die er verständlich aussprechen konnte, gehört, und zwar auf Italienisch: «Signore ti amo», auf Deutsch: «Herr, ich liebe dich». Dies sei etwa um drei Uhr morgens gewesen. Bald danach habe er «innerhalb von drei Stunden einen freien Fall erlitten». Die Agonie habe dann weniger als eine Stunde gedauert.

Was Gänswein vermissen wird

Auf die Frage, was er am meisten an Joseph Ratzinger vermissen werde, antwortete Gänswein: «Natürlich seine Person, seine Liebenswürdigkeit, seinen festen Glauben, seine Klarheit, seinen Mut und seine Fähigkeit, für den Glauben auch zu leiden. (…) Aber es wird auch bleiben, dieses unvergessliche Wort,’Gioia’, also Freude, dass der Glauben eben Freude schenkt.» (cic)


Erzbischof Georg Gänswein (l.), Präfekt des Päpstlichen Hauses, küsst die Hand des aufgebahrten Leichnams von Benedikt XVI. | © KNA
4. Januar 2023 | 17:53
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