Die Reformbewegung «Allianz Gleichwürdig Katholisch» will ein klares Zeichen gegen Klerikalismus setzen und ruft Seelsorgende auf, das liturgische Gewand im Rahmen eines Gottesdienstes abzulegen. Der symbolische Akt soll Gespräche fördern, aber auch das Ringen um eine gleichwürdige Kirche zeigen.
Die Luzerner Mitte-Nationalrätin Priska Wismer-Felder (53) hat eine Motion zum Schutz von Kindern vor Missbrauch eingereicht. Es sei wichtig, die Prävention zu verstärken – in den Kirchen, aber auch in den Sportverbänden und anderen Organisationen. Zur Missbrauchsstudie der Kirche meint die Katholikin: «Nun muss die Kirche die Konsequenzen daraus ziehen.»
Vor dreieinhalb Wochen ist die Missbrauchsstudie erschienen. Seither erhalten die Schweizer Bistümer neue Hinweise auf mutmassliche Übergriffe. Insgesamt sind in fünf von sechs Diözesen rund 40 Meldungen eingegangen.
Die Weltbischofsynode ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um diplomatische Fäden zu spinnen und Hintergrundgespräche zu führen. Der Basler Bischof Felix Gmür nutzt die Zeit in Rom, um mit Staatssekretär Pietro Parolin zu sprechen. Es geht vermutlich um das nationale Strafgericht, das in der Schweiz für Missbrauchsfälle eingeführt werden soll. Und er trifft wahrscheinlich den Papst.
Derzeit findet ein Massenexodus aus der katholischen Kirche statt. Im Kanton Aargau zeigt eine Momentaufnahme: Die Austritte haben sich mehr als vervierfacht im Vergleich zum September des vergangenen Jahres. In einer Kirchgemeinde sind es sogar 21 Mal mehr. Betroffen von der Austrittswelle ist aber die ganze Deutschschweiz.
Erstmals will sich das Schwule Museum Berlin in einer Ausstellung mit «Sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Namen der Emanzipation» beschäftigen. In der Ausstellung sollen Betroffene zu Wort kommen und von ihren Missbrauchserfahrungen berichten, wie das Museum am Donnerstag mitteilte.
Bischof Felix Gmür vom Bistum Basel fordert ebenfalls wie Bischof Joseph Bonnemain vom Bistum Chur eine unabhängige Meldestelle für Missbrauchsopfer. Alle Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sollen strafrechtlich abgeklärt werden.
Es braucht einen besseren Opferschutz und eine verbesserte Transparenz, sagt die Freiburger Kirchenrechtsprofessorin Astrid Kaptijn. Auch Änderungen im Kirchenrecht seien notwendig. Dies als Reaktion auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche der Schweiz.
Die neue Ostschweizer Bewegung «Reformen jetzt», die im Nachgang zur Pilotstudie über Missbrauch entstanden ist, reicht in diesen Tagen zwei Reformvorstösse bei der Leitung des Bistums St. Gallen ein. Sie will schnell und entschlossen handeln. Was das genau bedeutet, beantwortet Ann-Katrin Gässlein von der Steuerungsgruppe im Interview.
Sprachen katholische Gläubige über die sexuellen Übergriffe durch Kleriker oder wurde das totgeschwiegen? Damit hat sich die Geschichtsprofessorin Marietta Meier auseinandergesetzt – auch bei der Arbeit an der Schweizer Missbrauchsstudie. Es sei klar geworden, «dass gerüchteweise das im katholischen Milieu völlig bekannt war».
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