Seit der Publikation der Missbrauchs-Pilotstudie sind dem Bistum St. Gallen 30 Missbrauchsfälle gemeldet worden, aber keine aktuellen. Nun ist das Bistum daran, sich neu aufzustellen im Kampf gegen sexuelle Übergriffe. Ein Beitrag zur Serie «Ein Jahr nach der Missbrauchs-Pilotstudie».
Die Kleriker des Bistums Lugano haben sich Anfang Woche ausgetauscht. Nun bitten sie die Gläubigen um Verzeihung, «wenn wir euch manchmal mit Worten oder Gesten verletzt haben.» Von «Missbrauch» und dem jüngsten Fall des Priesters D.L. ist nicht die Rede.
In einer Diözese in Brasilien hat ein furchtbarer Missbrauchsfall für Entsetzen gesorgt. Der Priester zwang mindestens eines seiner Opfer zudem zu einer illegalen Abtreibung.
Ein Skandal hat vor einem Jahr die katholische Kirche der Schweiz ins Rampenlicht katapultiert. Eine Vorstudie der Uni Zürich zeigte auf: Mindestens 1000 Menschen sind seit den 1950er-Jahren in der Kirche sexuell missbraucht geworden. Auftakt der Serie «Ein Jahr nach der Missbrauchs-Pilotstudie».
Der Priester hat seine Schuld nicht eingestanden. Dennoch haben nun gleich zwei Gerichte den Geistlichen des Bistums Augsburg wegen sexuellen Missbrauchs eines Schutzbefohlenen verurteilt.
Die Tessinerin Myriam Caranzano ist international anerkannte Expertin zum Thema Prävention von Gewalt gegen und Missbrauch von Kindern. «Wir haben alles, um der Gewalt gegen Kinder ein Ende zu setzen», sagt Caranzano.
Wieder ist das Erzbistum Köln mit einer Schmerzensgeldklage eines Missbrauchsopfers konfrontiert. Es geht um Taten, die ein Ministrant in den 1990-er Jahren an einem Mädchen verübt hat.
Ein Domherr des Bistums Basel hat früher als Offizial falsch auf eine Missbrauchsmeldung einer Betroffenen reagiert. Dennoch soll er von Bischof Felix Gmür den Titel «Ehrendomherr» erhalten. Der Luzerner Jurist Loris Fabrizio Mainardi fordert von ihm den Verzicht.
Vor einem Jahr hat der Vatikan verboten, mit der NGO Points-Cœur zusammenzuarbeiten. Erst jetzt spricht der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, dieses Verbot aus. Der Westschweizer Bischof Charles Morerod hat dies bereits im März getan – und eine bistumsinterne Untersuchung in Auftrag gegeben.
Der Tessiner Priester Emanuele Di Marco übernimmt ab sofort die Interimsleitung des Diözesanbüros für schulischen Religionsunterricht. Im August wurde der zuständige Priester wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch verhaftet.
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