Der künftige Papst sollte eine unbescholtene Vergangenheit haben. Besondere Aufmerksamkeit schenken die Kardinäle derzeit dem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Das vor dem letzten Konklave noch anders.
Noch gestern an Ostern spendete Papst Franziskus den Segen «Urbi et Orbi». Nun ist er gestorben. Der 88-Jährige war ein Reformer, aber einer «vom Ende der Welt», wie er selbst sagte. Er engagierte sich für die Rückbesinnung auf das Evangelium, die Hinwendung zu den Armen, Gefangenen, Migranten. Mit dem synodalen Prozess stiess er einen Aufbruch in der Kirche an. Ein Nachruf.
Hansjörg Felber ist Ende der 1960er Jahre von einem Benediktiner-Pater am Kollegium Karl Borromäus in Altdorf UR nackt fotografiert worden. In der jüngsten SRF-Sendung «Rundschau» spricht er darüber und sagt, warum er dies öffentlich macht. Mit Diakon Benedikt Hänggi outet sich ein weiteres Opfer, das von einem anderen Pater sexuell missbraucht wurde.
In den 1960er und 70er Jahren haben zwei Benediktiner am Kollegium Karl Borromäus in Altdorf UR Schüler sexuell missbraucht. Das haben Journalisten der SRF-Sendung «Rundschau» aufgedeckt. Die Vorfälle wurden vertuscht. Heute zeigt sich das Kloster Mariastein «bestürzt und beschämt». Es bedauert, dass die damalige Klosterleitung den Opfern nicht geholfen hat.
Kardinäle werden bei der nächsten Papstwahl Rechenschaft über ihr Handeln ablegen müssen, sagt Missbrauchsexperte Hans Zollner. Die jüngste Anzeige gegen sechs Kardinäle im Vatikan sieht er jedoch kritisch.
Der Skandal um Kardinal Theodore McCarrick erschütterte einst die katholische Kirche in den USA. Der hoch geachtete Erzbischof von Washington wurde des sexuellen Missbrauchs überführt. Nun starb er 94-jährig.
«Es gab keine Sensibilität für das Leiden der Opfer», sagt Patrice Gasser über den früheren Umgang seiner Gemeinschaft mit Missbrauch. Er spricht über Alexandre, der als Schüler im Walliser Missionskollegium Saint-Gingolph von einem Spiritanerpriester missbraucht wurde. Gasser ist in der Schweizer Provinz für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen zuständig.
Eine repräsentative Umfrage zur Reputation der katholischen Kirche zeigt: Der Ruf ist stark ramponiert, bei der allgemeinen Bevölkerung, aber auch bei den Mitgliedern. Gleichzeitig gibt es überraschende und positive Befunde. Die Katholische Kirche im Kanton Zürich will ihre Kommunikation künftig danach ausrichten.
Ein Mann hat sich vor kurzem als früheres Opfer sexueller Gewalt an der Walliser Missionsschule Saint-Gingolph geoutet. Die Betroffenen-Gruppe Sapec fordert nun den Provinzial der Spiritaner auf, die Missbrauchsfälle an ihrer ehemaligen Missionsschule vollständig aufzuarbeiten.
Nach mehr als zwanzig Jahren des Schweigens hat der ehemalige Novize der Abtei Saint-Maurice, der in einer homosexuellen Beziehung mit dem Chorherrn Roland Jaquenoud stand, die er heute als «geistige Einflussnahme und Inzest» bezeichnet, in der Zeitung «Le Temps» seine Aussage gemacht.
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