Jacqueline Straub: «Ich hoffe, dass Papst Leo XIV. beim Thema Missbrauch einen Zahn zulegt»
Es gibt Vorwürfe gegen Papst Leo XIV., er selber habe Missbrauchsfälle in Chicago und Peru nicht angemessen untersucht. Wie das einzuschätzen ist, sagt die Theologin Jacqueline Straub im Podcast «Laut + Leis».
«Ich finde es ganz schwierig, aus der Aussenperspektive ein Urteil zu fällen. Ich kann natürlich nur das wiedergeben, was ich durch verschiedene Medien gelesen habe. Und dort wird überwiegend entkräftet, dass er mal was falsch gemacht hat. Er soll im Rahmen des Möglichen oder im Rahmen der Kirchenregeln richtig gehandelt haben.
Aber ich denke, dass diese zwei Vorfälle, die ihm dort angelastet wurden, dass die ihn jetzt sensibilisieren werden. Also ich hoffe, dass sie ihn sensibilisieren werden, dass er merkt: Ah, man kann ganz schnell Fehler machen oder zumindest kann man ganz schnell den Verdacht erregen, einen Fehler gemacht zu haben.
Ich hoffe, dass er beim Thema Missbrauch nochmal einen Zahn zulegt, weil Papst Franziskus hat von der der Null-Toleranz-Grenze gesprochen. Trotzdem hat Franziskus nicht immer ordentlich gehandelt, was das Personal anbelangt.
Ich nenne ein Beispiel: Rainer Maria Woelki aus Köln ist immer noch im Amt, obwohl er wirklich sehr, sehr, viel falsch gemacht hat beim Thema Missbrauch. Rainer Maria Woelki hat ja Papst Franziskus den Amtsverzicht schriftlich eingereicht, und Franziskus hat nicht gehandelt. Da wünsche ich mir natürlich eine klarere Kante und eine klare Linie vom jetzigen Papst.»
Das sagt Jacqueline Straub im Podcast «Laut + Leis». Die Theologin und Buchautorin engagiert sich seit vielen Jahren für das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche. (sl)
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