Die Synode öffne den Weg dafür, dass die Kirche insgesamt und offiziell eine andere Haltung annehme, nämlich die Situationen genauer anzuschauen und nicht einfach verurteilend zu sein. Das entspanne den Kontext der Pfarrei-Initiative, sagte Eva-Maria Faber, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Theologischen Hochschule Chur, anlässlich der Herbstversammlung der Pfarrei-Initiative im Gespräch mit kath.ch.
Giuseppe Gracia kritisiert in einem Gastkommentar in der Zeitung «Schweiz am Sonntag» das Schlussdokument der Bischofssynode in Rom. Gracia ist Medienbeauftragter von Bischof Vitus Huonder in Chur.
Kurienkardinal Kurt Koch ist nach eigenen Worten davon überzeugt, dass die katholische Kirche in Sachen Synodalität noch einiges dazulernen muss. «Meines Erachtens gibt es hier noch offene theologische Fragen, die vertieft werden müssen», sagt der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.
Muss die katholische Lehre zur Familie für jeden denkbaren Fall klare vorab festgelegte Regeln haben? Oder gibt es Spielräume für Einzelfallentscheidungen? Immer wieder ist hier von der «Unterscheidung der Geister» die Rede.
Wann wird Papst Franziskus sein Schreiben zur Familiensynode veröffentlichen? Diese Frage beschäftigt derzeit. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin glaubt, dies werde in «relativ kurzer Zeit» der Fall sein. Allerdings sagte der Kardinal, es sei noch gar nicht sicher, ob der Papst überhaupt ein Dokument veröffentliche.
Die traditionalistische Piusbruderschaft hält nichts vom Abschlussdokument der Familiensynode. Ihr Generalobere Bernard Fellay fordert, die Lösung der Probleme auf moralischem Gebiet dürfe «nicht allein dem Gewissen der Eheleute oder der Hirten anheimgestellt werden». Der Synode wirft er «relativistische pastoralen Barmherzigkeit» vor.
Der Abschluss der Bischofssynode zum Thema Familie wurde am Montag, 26. Oktober, im Schweizer Medienwald reichhaltig kommentiert. Recht breit ist der Konsens darüber, dass die Synode Reformen kaum den Weg bahnte. Gehofft wird darum, dass Papst Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben Reformvorschläge aufnimmt.
Was ist eigentlich neu an den Ergebnissen der Bischofssynode? Viele Erwartungen sind nicht erfüllt worden. Die Reaktionen aus der Schweiz sind kontrovers. Und doch gilt es die entscheidende Botschaft hervorzuheben: Papst Franziskus sprach in seiner Rede zum Abschluss der Bischofssynode von «Dezentralisierung». Das ist ein Gewinn, ein starker Appell an die Bischöfe und an die Seelsorgerinnen und Seelsorger in unserem Land. Ein Kommentar von Charles Martig.
«Wir fangen nicht bei Null an», sagte der österreichische Kardinal Christoph Schönborn im Bezug auf den Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten. Konkrete Umstände seien schon früher in den Blick genommen worden. Neu sei jedoch die Unterscheidung nach Kriterien.
«Tiefgehende Diskussionen» neben «deutlichen Missfallensbekundungen» – der deutsche Kardinal Heiner Koch zieht insgesamt eine positive Bilanz aus den drei Wochen der Bischofssynode.
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