Deutscher Kardinal Heiner Koch: Synode ist viel mehr als das Schlussdokument
Bonn, 26.10.15 (kath.ch) Die am Wochenende beendete Weltbischofssynode hat nach Überzeugung des Berliner Erzbischofs Heiner Koch weit mehr erbracht als nur das Abschlussdokument. Das dreiwöchige Treffen nur darauf zu reduzieren, «wäre ein Fehlschluss sondergleichen», sagte der Berichterstatter der deutschen Sprachgruppe am Montag, 26. Oktober, bei einer Pressekonferenz in Bonn.
Die «tiefgehenden Diskussionen» in den einzelnen Sprachgruppen, die Entwicklung tieferen gegenseitigen Verständnisses, Spannungen, Beifall und Murren im Plenum, «auch das waren drei Wochen einer Geschichte, die sich allmählich entwickelt hat», so Koch. So habe es etwa «deutliche Missfallensbekundungen» im Saal gegeben, als der guineische Kurienkardinal Robert Sarah Faschismus, Kommunismus und islamistischen Fanatismus mit heutigen «westlichen Ideologien» zu Homosexualität und Genderismus verglich.
Gesamte Bandbreite katholischer Auffassungen
Als für ihn als Synoden-Neuling besonders spannend bezeichnete Koch die Zusammenarbeit der 13 Berichterstatter (»Relatoren») der einzelnen Sprachgruppen. Dort habe man die gesamte Bandbreite katholischer Auffassungen erfahren und ausloten können. So habe er, Koch, etwa besser verstehen gelernt, warum viele afrikanische Bischöfe so ablehnend auf westliche Reformvorschläge reagierten.
«Wir lassen uns nicht mehr von euch beherrschen, der Kolonialismus ist vorbei», so brachte der Berliner Erzbischof afrikanische Vorbehalte zu Themen wie Homosexualität oder Abtreibung auf den Punkt. Die theologisch beschlagene deutsche Sprachgruppe habe in diesen Belangen vorsichtig handeln müssen, eben nicht «als Machthaber, die anderen ihre Meinungen überstülpen», so Koch. Zu seinen persönlichen bereichernden Erfahrungen sagte er: «Sie glauben gar nicht, was das bringt, in der Synodenaula einen Kaffee zu trinken und sich weltkirchlich miteinander auszutauschen.» (kna)
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