Schild beim Eingang zur An'Nur-Moschee | © Keystone/Walter Bieri
Schweiz
Schild beim Eingang zur An'Nur-Moschee | © Keystone/Walter Bieri

Medien: An'Nur-Moscheeverein in Winterthur löst sich Ende Juni auf

Winterthur, 28.5.17 (kath.ch) Der Verein der umstrittenen An’Nur-Moschee in Winterthur löst sich per 24. Juni auf, dem Ende des Ramadan, wie der «Sonntagsblick» und das St. Galler «Tagblatt» (28. Mai) berichten. Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten der Moschee soll Ende Oktober auslaufen.

«Es hat keinen Sinn mehr, wir geben auf!», wird Atef Sahnoun vom Moscheeverein im «Sonntagsblick» zitiert. Gemäss Zeitung müssen die Gläubigen die Moschee Ende Oktober verlassen, weil die Vermieterin, eine kleine Immobilienfirma, den Vertrag gekündigt hat. Einen neuen Ort soll der An’Nur-Verein bislang nicht gefunden haben. «Die Leute haben Angst, uns bei sich einzuquartieren», so Sahnoun gemäss Zeitung. Sahnoun war am Sonntag für eine Bestätigung dieser Aussagen nicht zu erreichen.

Der «Sonntagsblick» nennt verschiedene Ursachen für die Auflösung des Vereins: Finanzielle Probleme, die Schwierigkeit, einen Vereinspräsidenten zu finden, sowie den massiven öffentlichen Druck.

Oberflächliche Problemlösung

Für den Winterthurer SP-Politiker Blerim Bunjaku ist die Auflösung des Vereins jedoch kein Grund aufzuatmen: «Das Problem ist nur oberflächlich gelöst. Jetzt tauchen die Islamisten ab», sagte er gegenüber der Zeitung.

Die An’Nur-Moschee war wiederholt in die Schlagzeilen geraten, weil Jihad-Reisende aus der Schweiz in ihr verkehrt haben sollen. Im November 2016 kam es zu einer Hausdurchsuchung, weil ein äthiopischer Imam in der An’Nur-Moschee zum Mord an schlechten Muslimen aufgerufen haben soll.

Dachverband suspendiert An’Nur-Moscheeverein

Die Vereinigung islamischer Organisationen im Kanton Zürich, der Dachverband der Zürcher Moscheevereine, suspendierte den An’Nur-Moscheeverein daraufhin.

Die Immobilienfirma hatte den Mietvertrag ursprünglich per Ende 2016 gekündigt, im Februar konnten sich Vermieterin und Moscheeverein gemäss Medienberichten auf eine letzte Fristerstreckung einigen.  (sys)


«Wir müssen mehr tun, um zu zeigen, dass nicht alle Moscheen so sind»

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