Eine Zeitreise zurück ins Jahr 1517 in Locarno? Dies ist mit dem Theaterstück «Die Vertreibung» möglich. Der Autor Paul Steinmann erzählt im Interview, warum die Erinnerung an die Reformation so wichtig ist und wie er als Katholik die Spaltung der Kirche feiert.
An der Weltausstellung zum Reformationsjubiläum in Wittenberg wird die katholische Kirche nichts abseits stehen. Zu geistlichen Angeboten kommen eine Gesprächsreihe und akademische Veranstaltungen während der ganzen Ausstellungsdauer.
Das Reformationsjubiläum gibt Gelegenheit, notwendige Veränderungen in der Gesellschaft heute anzuschauen. In Wittenberg haben sich Politiker zu Fragen des «Multikulturalismus» Gedanken gemacht.
Nicht nur die Reformierten, sondern auch die Katholiken haben im Reformationsjubiläum etwas zu feiern. Davon ist Gottfried Locher überzeugt. Im Interview erzählt er, was er in seiner Predigt mit Titel «Waschtag für Überhebliche», die er in der katholischen Dreifaltigkeitskirche in Bern hält. Als ökumenisches Zeichen.
In Genf wird die «Markus-Passion. Passion nach Auschwitz» des Juden Michaël Levinas uraufgeführt. Sie wirft einen kritischen Blick auf die Reformationszeit. Die Westschweizer betonen den ökumenischen Charakter der Aufführung.
Im Gedenkjahr 500 Jahre nach der Reformation haben zwei Kirchenvertreter in Deutschland um Verzeihung für das gegenseitig angetane Unrecht gebeten. 2017 gelte es, nach den gemeinsamen Wurzeln zu fragen.
Eine halbe Million Besucher werden erwartet, 2000 Veranstaltungen stehen auf dem Programm der «Weltausstellung Reformation» diesen Sommer in Wittenberg. Nun ist das Detailprogramm online.
Der ökumenische Gedenkanlass am 1. April in Zug berührte Beteiligte und Besucherinnen und Besucher. Gottfried Locher empfand die Entschuldigung von Bischof Felix Gmür «echt». Und Gmür fühlte sich bestärkt, den gemeinsamen Weg weiter zu gehen.
Am nationalen Gedenk- und Feiertag zu 500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Flüe blieb es nicht beim Gedenken. Bischof Felix Gmür und Gottfried Locher, Ratspräsident des Kirchenbundes, wiesen im ökumenischen Gottesdienst auf die Verfehlungen beider Kirchen im Nachgang der Reformation hin. Und sie entschuldigten sich dafür. Damit wurde unter den nationalen Anlass ein starkes Zeichen gesetzt, das weit über den Festtag hinaus weist.
Dass es mehr Effort braucht, um in der Ökumene voranzukommen, war den Gästen auf dem Podium klar. Doch wie soll die Therapie aussehen? Darüber haben die Theologin Eva-Maria Faber, der Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg, Charles Morerod, der SEK-Ratspräsident Gottfried Locher und der reformierte Pfarrer Hansruedi Vetsch am Nationalen ökumenischen Gedenk- und Feiertag «500 Jahre Reformation – 600 Jahre Niklaus von Flüe» in Zug diskutiert.
‹›