Vor zehn Jahren hiess es: «Habemus Papam!» Zum ersten Mal stammt der Papst aus Lateinamerika. Mit den Worten «Der Karneval ist vorbei» verzichtet Papst Franziskus auf rote Schuhe und übertriebene Gewänder. Dafür stellt er die Armen, Schwachen und Ausgegrenzten ins Zentrum seines Pontifikats.
Als Student fuhr Jorge Bergoglio von Frankfurt nach Turin – über die Schweiz. Als er sich verfuhr, verstand er nur Bahnhof: «Ich habe nichts verstanden. Sie sprachen kein Deutsch. Ich bat, doch bitte Deutsch zu sprechen.»
Papst Franziskus bemüht sich, sein «Regierungsprogramm» als Gemeinschaftswerk darzustellen. Es gehe darum, «nicht meinen Willen zu tun, nicht meine Ideen durchzusetzen, sondern gemeinsam mit der ganzen Kirche auf Wort und Wille des Herrn zu lauschen».
Papst Franziskus warnt vor dem Klerikalismus von Laien. Diesen hält er für noch schlimmer als den Klerikalismus von Geistlichen. Der Papst ist der Ansicht: «Der Laie muss Laie bleiben.»
Vizegouverneurin des Vatikanstaats ist die Ordensfrau Raffaella Petrini. Papst Franziskus hat sie und weitere weibliche Führungskräfte im Vatikan in einer Rede gerühmt. Mit einer Ordensfrau als Vize-Regierungschefin «läuft es hier viel besser».
Papst Franziskus sieht die katholische Kirche in 20 Jahren pastoraler, gerechter und offener. Ein Rücktritt ist für den 86-Jährigen zurzeit kein Thema. Der «Wind der Reform» sei im Konklave von 2013 entstanden –und «nicht durch den Papst», sagt das Kirchenoberhaupt.
Papst Franziskus hat sich in die Debatte über seinen Vorgänger eingeschaltet. Er findet, man müsse die Dinge im Kontext der damaligen Zeit beurteilen. Johannes Paul II. ist posthum mit Vorwürfen konfrontiert, die seinen Umgang mit übergriffigen Priestern betreffen.
Papst Franziskus begeht den zehnten Jahrestag seiner Wahl am Montag mit einer Messe gemeinsam mit Kardinälen – und ohne Medienleute.
Ein Interview mit dem Papst – davon träumen katholische Medienschaffende. Dem RSI-Journalisten Paolo Rodari (49) ist es gelungen, Papst Franziskus zu interviewen. Dabei entlockte er ihm Neues: So habe sich der junge Jorge Bergoglio einmal in der Schweiz mit dem Auto verfahren. Und Franziskus schäme sich, im Rollstuhl zu sitzen.
Papst Franziskus hat dem Tessiner Sender RSI ein Interview gegeben. Über Benedikt XVI. sagt er: «Ich fragte ihn nach seiner Meinung. Er gab seine Meinung ab, aber immer ausgewogen, positiv – ein weiser Mann.» Über das Wettrüsten sagt er: «Wenn ein Jahr lang keine Waffen produziert würden, wäre das Problem des Welthungers gelöst.»
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