2010 brachte der Jesuit Klaus Mertes den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Deutschland ins Rollen. Viele Fälle geschahen in den geistlichen Orden. Doch können diese die hohen Entschädigungen oft nicht zahlen.
Der Oltener Albin Reichmuth hat zunächst eine Selbsthilfegruppe und später eine IG für Betroffene von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld gegründet. Damit hat er Pionierarbeit in der Deutschschweiz geleistet. Nun ist Reichmuth, einst selbst Opfer von Übergriffen, im Alter von 78 Jahren gestorben.
Der Tessiner Priester, der am Donnerstag vor dem Strafgericht Lugano wegen sexuellen Übergriffen verurteilt wurde, untersteht seitens Kirche aktuell dem vorsorglichen Priesteramtsverbot. Nun folgt eine kirchenrechtliche Untersuchung. Das sagt Alain de Raemy, apostolischer Administrator des Bistums Lugano.
In Luzern engagieren sich die katholischen Kirchen vielfältig an der Pride Zentralschweiz vom 23. August – mit eigenen Anlässen wie einem Pride-Slam, kirchlicher Präsenz an Festival und Demo und mit Geld. Das sei selbstverständlich, lassen beide Körperschaften wissen. Zentrale Figur ist dabei Meinrad Furrer, katholischer Leiter des ökumenischen Peterskapelle-Teams.
Der Priester ist vor Gericht in Lugano der mehrfachen sexuellen Nötigung sowie sexueller Handlungen mit Minderjährigen schuldig gesprochen worden. Er wurde zu einer bedingten eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, aber per sofort aus der Haft entlassen. Im Prozess hatte der Priester Fehlverhalten zugegeben.
Ein Ordensbruder des Franziskanerklosters Mariaburg Näfels ist wegen «Fehlverhaltens» gegenüber einem Minderjährigen angezeigt. Die Staats- und Jugendanwaltschaft das Kantons Glarus hat Anfang Juli Ermittlungen aufgenommen.
Heute beginnt der Prozess gegen den 55-jährigen Priester, der wegen Missbrauchs angeklagt ist. Zum Zeitpunkt der Tat war er Jugendseelsorger der Diözese Lugano, Kaplan am Kollegium Papio in Ascona und Leiter des Amtes für Religionsunterricht der Diözese.
Papst Leo XIV. hatte ihn bereits zum Weihbischof in Radom ernannt. Aber dann gab es Vorwürfe gegen Krzysztof Dukielski und er wollte das Bischofsamt nicht mehr übernehmen. Nun erklärt das polnische Bistum den Fall.
Michel-Gernard de Vregille hat die Leitung der Emmanuel-Gemeinschaft per sofort abgegeben. Der zuständige Präfekt im Vatikan hat den Rücktritt angenommen. Gegen Mitglieder der Gemeinschaft gibt es Missbrauchsvorwürfe, ein apostolischer Besuch war angekündigt.
Die Regensburger Theologin Ute Leimgruber spricht sich für eine grundlegende Neubewertung theologischer Traditionen aus. «Die Vorstellung einer reinen, unschuldigen Theologie ist eine Illusion», sagte Leimgruber. Jede Theologie trage Verletzungspotenziale in sich.
‹›